Aufmarsch dürfe dieses Zeichen nicht vorüber gehen. „Aus diesem Grund rufen wir zu Massenblockaden in Bad Nenndorf auf, um dem geschichtsrevisionistischen Tätergedenken mit Zivilcourage den Garaus zu machen”, erklärte Saskia Grunert, eine Sprecherin des Bündnisses „NS-Verherrlichung stoppen!”. Durch das geplante Datum stehe ferner zu befürchten, dass der geplante Aufmarsch kurz vor dem Todestag von Rudolf Heß zu einer Ersatzveranstaltung für das 2005 verbotene Gedenken an den Hitler-Stellvertreter werden könnte. Im fränkischen Wunsiedel als Ort der Bestattung von Heß waren noch 2004 knapp 2400 Neonazis aufmarschiert. Seit 2006 nutzen die Organisatoren des „Trauermarschs” die Geschichte des Wincklerbades in Bad Nenndorf, um deutsche Täter zu vermeintlichen Opfern der Alliierten umzudeuten. Damit sind sie nicht allein, denn der Geschichtsrevisionismus ist seit Jahren das mobilisierungsfähigste Thema der extremen Rechten. Dies zeige sich auch an der Anzahl der Neonazis in Bad Nenndorf: Seit dem ersten Aufmarsch hat sich die Zahl der Teilnehmer jährlich fast verdoppelt. „Mit der Unterstützung eines breiten gesellschaftlichen Spektrums werden wir den Aufmarsch am 14. August zu einem Desaster für die Neonazis machen”, so Grunert.