Zu einem kleinen Vortrag über Stadtplanung in Zeiten zurückgehender Bevölkerungszahlen und Baurecht hat sich eine vom Ortsbeauftragten Erich Lockemann organisierte Veranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus entwickelt. Der Leiter des Stadthäger Bauamtes Gerd Hegemann informierte rund 50 Interessierte über den neu aufzustellenden Flächennutzungsplan der Kreisstadt. Mit zahlreichen Rückfragen beteiligten sich die Zuhörer aktiv an der Veranstaltung. Hegemann konzentrierte sich in seinen Ausführungen in erster Linie auf die Bereiche, welche die Stadthäger Ortsteile betreffen. Die Veranstaltungsgäste interessierten sich besonders für das Thema „Baulücken”. Was genau ist eine Baulücke, wo darf man im Bereich der Bergkette bauen? Für die Baulücke gebe es keine einfache Definition, hielt Gerd Hegemann fest. Man müsse sich stets das Siedlungsbild insgesamt anschauen und dann im Einzelfall entscheiden. Grundsätzlich seien aber Baulücken im Raum Reinsen vorhanden, in denen Neubauten möglich seien. Hier helfe auch ein Blick in das gerade entstehende Baustellenkataster der Stadt im Internet. Einige Zuhörer formulierten die Einschätzung, Stadthagen habe in der Vergangenheit eine Entwicklungschance verpasst. In umliegenden Gemeinden seien Baugebiete ausgewiesen worden, die viele Neubürger und gerade junge Familien zum Zuzug bewegt hätten. Hegemann führte daraufhin aus, dass man in vielen Regionen Deutschlands angesichts zurückgehender Einwohnerzahlen vor einem grundlegenden Wandel stehe. Letztlich sei für die insgesamt vorhandene Bausubstanz nicht genügend Nachfrage vorhanden.
Trotzdem bestehe zum Teil noch der Wunsch nach Neubauten. Stadtplanung stehe vor der Aufgabe, diese Wünsche nicht abzuwürgen und gleichzeitig Leerstände in den Innenstädten und der bestehenden Bebauung in den Ortsteilen zu verhindern. Förderung der Nutzung des Gebäude-Bestandes sei ein wichtiges Ziel. Angesichts der älter werdenden und schrumpfenden Einwohnerschaft müsse die Losung eigentlich lauten, verstärkt das Wohnen in den Kernstädten zu ermöglichen und attraktiv zu machen. Erich Lockemann wies auf die Möglichkeit hin, neben der Verwaltung auch die politischen Vertreter auf Bauvorhaben anzusprechen. Ortsbeauftragte und Ratsherren seien hier gern behilflich.
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