Die Förderung für das AWO-Begegnungsbüro in der Weststadt durch den Integrationsfonds des Landes läuft in diesem Sommer aus, der Einrichtung auf dem ehemaligen Alcatel-Gelände droht so die Schließung. Die verschiedenen Fraktionen im Rat hoffen, dass das Zentrum erhalten werden und eine Anschlussförderung gefunden werden kann.
2017 war die Anlaufstelle als Begegnungszentrum Mittelpunkt Hüttenstraße aktiv geworden, 2022 ist mit der Umwandlung in das Begegnungsbüro eine gewisse Schwerpunktverschiebung erfolgt. Das Team um Leiterin Christina Allard-Kopplin weitete ihre Zuständigkeit damit über die Weststadt hinaus auf ganz Stadthagen aus. Aufgabe ist die Stärkung des Zusammenhalts der Menschen im Quartier Weststadt und in der Stadt insgesamt. Die Integrationsbeauftragte Britta Kunze und Christina Allard-Kopplin hoben die Bedeutung dieser Tätigkeit unter anderem in den Ausschusssitzungen des Rates hervor. Der Bedarf zur Unterstützung bei der Integration, nach dem Zusammenführen von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund sei weiterhin hoch. In der Weststadt liegt der Migrationsanteil bei den Anwohnern bei nahezu 70 Prozent.
Britta Kunze sucht nach alternativen Fördermöglichkeiten, um die Funktion der Einrichtung auch über diesen Sommer hinaus zu erhalten. Die SPD stellte sich in einer Pressemeldung hinter das Begegnungsbüro und machte sich für den Erhalt stark. Dieses sei „Anlaufstelle, Treffpunkt und Ausgangspunkt für viele erfolgreiche Integrationsgeschichten“. Es stärke den Zusammenhalt und sei Problemlagen wie zum Beispiel die Müllentsorgung angegangen.
„Deshalb fordern wir, alle Anstrengungen von Seiten der Stadt, des Landkreises, des Landes Niedersachsen und der Arbeiterwohlfahrt zu unternehmen, eine Anlaufstelle für die Einwohnerinnen dieses Stadthäger Quartiers zu erhalten“, so die SPD.
Die SPD sprach sich in der Pressemeldung dafür aus, die städtische Kofinanzierung von Förderprogrammen, die sich bisher auf 20.000 Euro belief, auch für die nächsten Jahre für ein vergleichbares Projekt im Bereich Quartiersmanagement aufzubringen. Dies füge sich in sein Leitbild „Eine Stadt für Alle“, so SPD-Bürgermeisterkandidat Lennart Conrad. Grundsätzlich fordere die SPD schon seit längerem, die Weststadt mehr in den Mittelpunkt von Stadtentwicklung zu stellen, so die Pressemitteilung. SPD-Ratsherr Thomas Pawlik erklärte, dass die Verwaltung es hier bisher an Umsetzungsschritten habe fehlen lassen. „Der Bürgermeister delegiert alle Entwicklungsbereiche wie zum Beispiel die genannte Müllentsorgung in die Verantwortung der Integrationsbeauftragten. So sieht ein lösungsorientierter Ansatz für uns nicht aus“, so Pawlik in der Meldung.
Auch die anderen Fraktionen hatten in den Gremien stets erklärt, dass das Quartiersmanagement wichtig sei. Dass die Stadt eine solche Einrichtung voll aus eigener Kraft ohne Förderung finanziert, scheint angesichts der schwierigen Kassenlage kaum zu stemmen.
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