Schaumburger Wochenblatt
  1. Gutes Lernen in der digitalen Welt

    Podiumsdiskussion zur Digitalisierung der Bildung / Digitalpakt und Masterplan Digitalisierung

    Dieser Eintrag wird bereitsgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    BÜCKEBURG (nh). Die Welt wird immer digitaler, die neuen Medien gestalten den Alltag. Auch vor dem Lernen macht dieser Fortschritt nicht halt. Kinder haben bereits im jungen Alter Kontakt mit digitalen Medien und können diese nutzen, um effektiver zu lernen. Mit dem kürzlich verabschiedeten Digitalpakt sollen Schulen mit Fördergeldern von Bund ihre digitalen Möglichkeiten aufstocken. Am Donnerstag fand zu diesem Thema eine Podiumsdiskussion im Festsaal des Schlosses statt. Klar wurde: auch wenn manche Schulen bereits die Digitalisierung umsetzten, ist es vielerorts noch unklar, wie und in welchem Umfang das Lernen digital werden soll. Unter dem Motto "Schule auf dem Weg ins digitale Zeitalter" hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung Landesbüro Niedersachsen neben Bundestagsabgeordneter Marja-Liisa Völlers auch Dr. Ulrich Schmidt, Geschäftsführer vom MMB Institut für Medien- und Kompetenzforschung, Herbert Jancke, Projektleiter Referenzschulnetzwerk N21, Andrè Sawade, Schulleiter des Ernestinums Rinteln und Kultusminister Grant Hendrik Tonne zur Podiumsdiskussion geladen. In ihren einleitenden Worten berichtete Völlers über den Digitalpakt Schule und die damit verbundenen Herausforderungen und Möglichkeiten. Durch diese Förderung werden den Schulen in dieser Legislaturperiode rund fünf Milliarden Euro vom Bund und 500 Millionen von den Ländern für die technische Ausstattung und Ausbildung der Lehrkräfte zur Verfügung gestellt. Völlers Appell: Nun sei es an der Zeit, den digitalen Wandel in der Bildung umzusetzen und aktiv mitzugestalten. Im folgenden Impulsvortrag referierte Ulrich Schmidt über das schulische Lernen morgen, veranschaulichte den Status quo mit Ergebnissen einer von seinem Institut durchgeführten Umfrage und gab Empfehlungen fürs digitale Schulzeitalter. Dabei stellte er fest, dass derzeit vielerorts noch das pädagogische Potenzial der Digitalisierung verkannt werde und sich rund 91 Prozent aus eigener Initiative weiterbilden würden. Die Gäste im Publikum, darunter zahlreiche Lehrer aus Schaumburg, folgten aufmerksam den Thesen und dem Ausblick Schmids. Neue Lernformen sollen im Klassenzimmer Einzug halten, lokale Projekte sollen zugelassen und gefördert werden und die technische Infrastruktur müsste vorhanden sein. In der folgenden Diskussion berichtete André Sawane über den Fortschritt der Digitalisierung an seiner Schule, die offensichtlich im Vergleich zu den von MMB befragten Schulen weiter entwickelt ist. Doch über mögliche Lernformen, das Tempo und den Umfang der Digitalisierung in der Bildung waren sich die Diskussionsteilnehmer zum Teil uneins. Einig waren sie sich über "einen Strauss an Methoden und Möglichkeiten", aber auch Erschwernisse durch den Datenschutz. Herbert Jancke berichtete über den Entwicklungsprozess bundesländerübergreifender Lern-Clouds, die zukünftig flächendeckend für Schulen verfügbar sein sollen. Diese ist derzeit noch im Entwicklungsprozess, könnte aber zukünftig die Grundlage für digitales Lernen bilden. Abschließend resümierte Kultusminister Tonne: Man müsse sich nun auf den Weg begeben und die Realität abbilden. Das Lernen mit digitalen Medien gehöre in die Schule hinein ergänzend zum Schulstoff. Als Grundvoraussetzung sollen alle Schulen mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet werden. Der Digitalpakt werde Niedersachsens Schulen auf diesen Weg weiter voranbringen. Mit einem Sockelsatz an Fördergeldern soll jede Schule die Ausstattung und Weiterbildung vorantreiben. Foto:nh

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an