Schaumburger Wochenblatt
  1. Das Freibad wird zum begehrten Arbeitsplatz

    Junger Lauenauer will Schwimmmeister werden

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    SAMTGEMEINDE RODENBERG (al). Jeden Tag ins Schwimmbad. Für einen jungen Lauenauer ist diese Perspektive Wirklichkeit geworden. Nicht einmal Eintritt muss er zahlen. Im Gegenteil: Er erhält dafür sogar eine Vergütung. Denn Nicolas Gottschlich ist Auszubildender. Nach der Prüfung darf er sich "Fachangestellten für Bäderbetriebe" nennen. Drei Jahre dauert es, bis er das Rüstzeug für eigenverantwortliches Handeln besitzt. Drei Tage in der Woche erlernt er die Praxis, zwei weitere Tage sind für die Berufsschule Hannover verpflichtend. Am Ende der Ausbildung dürften ihm etliche Möglichkeiten geboten werden. Denn Schwimmmeister sind gefragt. Es ist das erste Mal, dass die Samtgemeinde einen solchen Ausbildungsplatz geschaffen hat. Grundlage dafür war eine Vereinbarung mit dem Landkreis Schaumburg. Denn angesichts der stets nur kurzen Freibadsaison musste für den 17-Jährigen ein Einsatz für die übrige Zeit des Jahres gefunden werden. Und dieser ergab sich im Hallenbad in Bad Nenndorf. So ist Nicolas ganzjährig immer nah am Wasser zu finden. Doch wer glaubt, der aufmerksame Blick auf nasse Fluten und fröhlich plantschende Besucher bei herrlichem Sonnenschein gehört zum alleinigen Alltag des jungen Mannes, irrt. Das Berufsbild ist viel mehr als nur Aufsicht schnelle Reaktion in einem Notfall. Von ihm werden viel technisches Verständnis und handwerkliches Geschick verlangt - und die Bereitschaft zu gärtnerischen Pflegearbeiten. Zu den Aufgaben eines Schwimmmeisters zählen unter anderem tägliche Filterspülen, permanente Wasserkontrollen und die Reinigung der Bassins. Wenn bei Tagen mit kühler Witterung die Besucher ausbleiben, muss die Hecke geschnitten werden. Ausbilderin Michaela Ebert bedient die elektrische Schere; Nicolas fährt den Grünschnitt ab. Dass der junge Lauenauer sich genau diesen Beruf gewählt hat, liegt an seiner Vorliebe zum nassen Element. "Ich war schon als Kind jeden Tag im Freibad", verrät das Mitglied der DLRG und verweist auf bereits absolvierte zwei Rettungsdiplome. Zwei bis drei Mal in der Woche trainiert er nicht nur für die eigene körperliche Fitness, sondern weil der Beruf es von ihm verlangt. Wenn er in wenigen Wochen die Volljährigkeit erlangt hat, darf er auch das Anfängerschwimmen leiten oder könnte gar Kurse in Wassergymnastik anbieten. Beides ist ebenfalls Teil des Ausbildungsprogramms wie eben Bäderrecht oder Bädertechnik. Michaela Ebert zeigt sich sehr zufrieden über ihren jungen Kollegen und seinen Lerneifer. Natürlich hofft sie, dass er nach erfolgreicher Abschlussprüfung das hiesige Team ergänzen kann. Denn der Rodenberger Bäderbetrieb und damit das Publikum leidet schon seit Jahren unter Personalknappheit mit der Folge, dass schon Öffnungszeiten eingeschränkt werden mussten. Auszubildende wie Nicolas könnten das Dauerproblem lindern. 
Foto: al

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