Kündigung von Mitarbeitern bei Gissler & Pass steht im Raum | Schaumburger Wochenblatt

06.03.2026 10:55

Kündigung von Mitarbeitern bei Gissler & Pass steht im Raum

Kündigungen stehen bei Gissler & Pass in Rodenberg nun im Raum. (Foto: Paeffgen Rechtsanwalts Gesellschaft mbH/Gissler und Pass)
Kündigungen stehen bei Gissler & Pass in Rodenberg nun im Raum. (Foto: Paeffgen Rechtsanwalts Gesellschaft mbH/Gissler und Pass)
Kündigungen stehen bei Gissler & Pass in Rodenberg nun im Raum. (Foto: Paeffgen Rechtsanwalts Gesellschaft mbH/Gissler und Pass)
Kündigungen stehen bei Gissler & Pass in Rodenberg nun im Raum. (Foto: Paeffgen Rechtsanwalts Gesellschaft mbH/Gissler und Pass)
Kündigungen stehen bei Gissler & Pass in Rodenberg nun im Raum. (Foto: Paeffgen Rechtsanwalts Gesellschaft mbH/Gissler und Pass)

Nach einem Gespräch mit Insolvenzverwalter Dr. Volker Römermann haben wir diesen Beitrag aktualisiert. Römermann erklärte auf Nachfrage, dass aktuell noch keine Kündigungen bei der Gissler & Pass Rodenberg GmbH ausgesprochen worden seien. Sehr wohl habe er die Mitarbeiter jedoch auf eine schwierige Lage am Standort hingewiesen. Zwar seien derzeit noch Aufträge abzuarbeiten. Die Aussichten für April seien jedoch schwierig. Ändere sich an dieser Lage nichts, wäre es wohl nicht zu vermeiden, Kündigungen ab April auszusprechen. Dies sei den Mitarbeitern nun mitgeteilt worden.

Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr die Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, gerichtlich war dann jedoch ein Insolvenzverwalter, Dr. Volker Römermann aus Hannover, berufen worden.
Die Gissler & Pass Rodenberg GmbH hatte erklärt, durch die Marktbedingungen zu einer Reaktion gezwungen gewesen zu sein. Die Schließung habe abgewendet werden können, es gelte nun eine Sanierung einzuleiten. Ziel sei der Erhalt des Werkes.
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) Bezirk Hannover und der Betriebsrat erhoben Vorwürfe gegen die Unternehmensleitung (wie berichtet). Die Gissler & Pass Rodenberg GmbH ist ein Tochterunternehmen der Familiengesellschaft Gissler-Weber SE. Im September 2025 war die Gissler & Pass Rodenberg GmbH aus dem Mutter-Unternehmen ausgegliedert worden. Der Insolvenzantrag nur wenige Monate nach der Betriebsübergabe lasse auf „unfaire Tricks“ schließen, so Gewerkschaft und Betriebsrat damals. Gewerkschaft und Betriebsrat erklärten in der Pressemitteilung, dass es ihre Vermutung sei, dass es Ziel des Unternehmens sei, mögliche Abfindungszahlungen an die Beschäftigten zu verhindern. Es sei zu befürchten, dass 30 bis 50 Prozent der Mitarbeiter die Kündigung drohe, so die Arbeitnehmervertreter.

Diese Darstellung wiesen Unternehmensvertreter zurück. Man konzentriere sich auf den Erhalt des Standortes, so die Antwort. Unternehmenssprecher erklärten weiterhin, dass sie ein tragfähiges Sanierungskonzept vorgelegt hätten. Dies sei nach dem Ende der Eigenverwaltung jedoch nicht umgesetzt worden.

Römermann wies dieses schon damals und nun nochmals zurück. Vielmehr mangele es an der Bereitschaft zur Zusammenarbeit vom Mutterunternehmen. Sie habe sich von Anfang als überraschend schwierig erwiesen. Dies führe zu schwerwiegenden Problemen am Standort in Rodenberg. Viele Kunden hätten angedeutet, dass sie ihre Lieferungen weiterhin gern aus Rodenberg beziehen würden. Auch würden sich die Mitarbeiter mit hoher Motivation einbringen. Entsprechend bitter sei die derzeitige Entwicklung. Wobei noch nicht alle Hoffnung aufgegeben werden müsse, durch eine Kooperation mit dem Mutterunternehmen könne immer noch eine Verbesserung erreicht werden.

Foto: Paeffgen Rechtsanwalts Gesellschaft mbH/Gissler und Pass


Bastian Borchers
Bastian Borchers
Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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