Auf der „Vélo Francette“ Richtung Atlantik | Schaumburger Wochenblatt

Auf der „Vélo Francette“ Richtung Atlantik

Eine Spendenaktion auch für den ASB-Wünschewagen. (Foto: privat)
Eine Spendenaktion auch für den ASB-Wünschewagen. (Foto: privat)
Eine Spendenaktion auch für den ASB-Wünschewagen. (Foto: privat)
Eine Spendenaktion auch für den ASB-Wünschewagen. (Foto: privat)
Eine Spendenaktion auch für den ASB-Wünschewagen. (Foto: privat)

Es geht weiter quer durch Frankreich – und das Land wirkt mit jedem Tag größer. Thorsten Schmidt ist seit drei Wochen unterwegs durch Europa und hat Frankreich nach eigener Einschätzung bereits fast zur Hälfte durchquert. Dank eines Tipps fährt er nun auf der Veloroute 43, die auch „La Vélo Francette“ heißt und nach La Rochelle führt.

Vieles noch geschlossen

Die Strecke fordert gleich zu Beginn: Steigungen kosten Kraft, danach begleitet die Route alte Bahntrassen und den Fluss Mayenne. Gerade dieser Abschnitt bleibt besonders in Erinnerung. Entlang des Wassers stehen an jeder Schleuse kleine Schleusenhäuschen – nicht alle sind noch bewohnt. Der Reisende vermutet, dass im Sommer dort viele Cafés öffnen. Bislang fand er nur ein geöffnetes Café, das er ausdrücklich empfiehlt.
Bei den Übernachtungen zwingt die Jahreszeit zu Umwegen. Weil die Campingplätze erst im April öffnen, bucht er weiterhin Zimmer oder Ferienhäuser. Dabei entstehen intensivere Begegnungen: Hier lernte er Dennis kennen, der im Ruhestand ist und dessen Freundin mehr als 600 Kilometer entfernt lebt. Außerdem trifft er Stefan und Amanda, die England nach dem Brexit verlassen haben und nun in Frankreich wohnen. Sie betreiben eine kleine Pension, die sie „Honey Suckle Hideaway“ nennen. Später wollen sie zusätzlich eine Unterkunft für Tiere aufbauen – eine Art Gnadenhof, der älteren Tieren ein gutes Leben ermöglichen und Reisenden mit Pferden eine Bleibe bieten soll. Zum Abschied lassen sie dem Radreisenden noch eine Spende da.

Unterschiede in der Freundlichkeit

Unterwegs beobachtet er deutliche Unterschiede zwischen Land und Stadt. Auf dem Land erlebt er die Menschen als freundlich und gesprächsbereit – auch wenn viele zunächst sagen, sie sprächen kein Englisch. In der Nähe größerer Städte kippt die Stimmung aus seiner Sicht: Dort reagieren Menschen abweisender, drehen sich teils um und gehen, wenn er etwas fragt. Häufig hilft ihm dann der Google Übersetzer.
Körperlich fordert die Tour inzwischen ihren Tribut. Nach einem Verheben am Morgen zuvor plagen ihn Rückenschmerzen; zeitweise konnte er nicht mehr gerade stehen, am nächsten Morgen ging es nach eigener Aussage wieder besser.

Höhenmeter sind „Endgegner”

Für die weitere Route hat er bereits Entscheidungen getroffen: Die Strecke zwischen Malaga und Barcelona will er mit dem Zug zurücklegen. Außerdem plant er, die Pyrenäen nicht auf dem Camino zu überqueren, sondern an der Küste entlangzufahren. So spart er nach eigener Rechnung mehr als 500 Höhenmeter – denn die Höhenmeter, sagt er, seien sein „Endgegner“.


Von red
north