Wie lassen sich bestehende Biomasseanlagen wirtschaftlich betreiben und zugleich flexibel auf den Bedarf im Energiesystem ausrichten? Mit diesen Fragen haben sich Vertreter aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik bei einem Besuch auf dem Hof Ebeling im Auetal beschäftigt.
Bürgermeister Jörn Lohmann hatte den Termin organisiert und begrüßte dazu den CDU-Bundestagsabgeordneten Tilman Kuban sowie die CDU-Landtagsabgeordnete Colette Thiemann. Im Mittelpunkt stand die geplante Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und die Frage, welche Förderbedingungen Biomasseanlagen künftig benötigen.
Der Hof Ebeling betreibt eine teilweise flexibilisierte Biomasseanlage. Sie kann ihre Stromproduktion stärker am jeweiligen Bedarf und an der Lage auf dem Strommarkt ausrichten als Anlagen, die dauerhaft mit gleicher Leistung laufen. Beim Rundgang erläuterten die Betreiber die Technik und berichteten über Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb. Deutlich wurde dabei, dass die Umrüstung und Flexibilisierung mit hohen Investitionen verbunden sind. Lohmann hob die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die Betreiber hervor.
Wir wollen, dass die politischen Entscheidungsträger sehen, was vor Ort geleistet wird und welche Investitionen hinter einer solchen Anlage stehen.
Die Energiewende finde nicht allein in Berlin oder Hannover statt, sondern auch in den Kommunen. Dafür seien Planungssicherheit und Förderregelungen notwendig, die flexible Biomasseanlagen berücksichtigten.
Kuban und Thiemann nutzten den Besuch, um sich über Chancen und Herausforderungen der Technik zu informieren. Die Erfahrungen aus der Landwirtschaft und der kommunalen Praxis sollen nach Angaben der Beteiligten in die Diskussion über die EEG-Novelle und die künftige Förderung einfließen. Flexible Biomasseanlagen könnten vor allem dann eine Ergänzung sein, wenn Wind- und Solarenergie nicht durchgehend Strom liefern.