Vier Jahrzehnte Ökolandbau | Schaumburger Wochenblatt

Vier Jahrzehnte Ökolandbau

Tortenanschnitt durch Ministerin Miriam Staudte und Ludger Engeln. (Foto: ste)
Tortenanschnitt durch Ministerin Miriam Staudte und Ludger Engeln. (Foto: ste)
Tortenanschnitt durch Ministerin Miriam Staudte und Ludger Engeln. (Foto: ste)
Tortenanschnitt durch Ministerin Miriam Staudte und Ludger Engeln. (Foto: ste)
Tortenanschnitt durch Ministerin Miriam Staudte und Ludger Engeln. (Foto: ste)

Auf dem Gut Oelbergen im Auetal feierte der Bioland Landesverband Niedersachsen/Bremen e.V. sein 40-jähriges Bestehen und blickte mit prominenten Gästen aus Politik und Landwirtschaft sowie Wegbereitern der ersten Stunde auf seine Erfolgsgeschichte zurück.

Bioland wurde bereits im Jahr 1971 von zwölf engagierten Landwirten zusammen mit der Ärztin Maria Müller und dem Schweizer Politiker Hans Müller unter dem Namen Fördergemeinschaft für organisch-biologischen Landbau e.V. ins Leben gerufen. Das übergeordnete Ziel ist seit jeher die Entwicklung einer ökologisch, ökonomisch und sozial verträglichen Alternative zur intensiven, konventionellen Landwirtschaft. Heute gilt Bioland als der größte sowie zweitälteste Bio-Verband in Deutschland. Mehr als 10.000 Betriebe aus Erzeugung, Verarbeitung und Handel bilden eine Wertegemeinschaft für eine moderne, wissenschaftlich fundierte und verantwortungsbewusste Landwirtschaft. Der Landesverband Niedersachsen/Bremen wurde am 30. April 1986 gegründet – wenige Tage nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, die das Bewusstsein für Lebensmittel und deren Herkunft nachhaltig prägte. Was in den 1980er-Jahren in Regionalgruppen begann, entwickelte sich rasch zu einem schlagkräftigen Netzwerk. Der Verband wirkte maßgeblich an der ersten EU-Öko-Verordnung von 1991 mit und führte 2010 sein prägnantes Markenzeichen ein. Mit rund 700 Mitgliedsbetrieben sowie knapp 150 Partnern aus Verarbeitung und Handel ist der Landesverband heute der größte Bio-Anbauverband in Niedersachsen und bietet ein umfassendes Netzwerk aus Fachgruppen und Beratungsangeboten. Auch für die Zukunft zeigt sich der Verband gerüstet, was nicht zuletzt das 2013 gegründete Junges Bioland beweist, das die Landjugend vernetzt und Exkursionen organisiert.

Vorzeigehof Gut Oelbergen im Auetal

Für den Jubiläumsfestakt wählte der Verband den Hof von Karin Haake im Auetal, die den 80 Hektar großen Ackerbaubetrieb mit ökologischen Sonderkulturen im Jahr 2023 von ihrem Vater Albert übernahm. Auf dem Hof erwartete die Gäste ein musikalisch umrahmter Markt der Vielfalt sowie hofeigenes Leindotteröl als Präsent. Ein kulinarischer Höhepunkt war das Anschneiden der großen Jubiläumstorte durch die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte und den ersten Vorsitzenden des Landesverbandes, Ludger Engeln. Im Anschluss an den festlichen Rahmen und die Würdigung der Gründungsmitglieder standen die Festreden der hochkarätigen Gäste im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Danke an die Pioniere des ökologischen Landbaus

In ihrer Festrede dankte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte den Pionieren der Bewegung und hob hervor, dass die gesamte Gesellschaft auf wertesuchende und werteorientierte Menschen wie die Bioland-Landwirte angewiesen sei, wobei sie zudem die Bedeutung gelungener Hofübergaben an die nächste Generation unterstrich. Bioland-Präsident Jan Plagge und Vizepräsidentin Sabine Kabath riefen in ihren Ansprachen dazu auf, den ländlichen Raum weiterhin mit kreativen Ideen und in seiner ganzen Vielfalt zu stärken, um mutig in die nächsten vierzig Jahre zu schreiten. Der renommierte Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Hardy Vogtmann erinnerte eindringlich an die weltweiten Herausforderungen und betonte, dass in unsicheren Zeiten täglich hinterfragt werden müsse, wie es dem Planeten gehe, da nur ein gesunder Planet das Wohlergehen der Menschen garantiere. Zudem hob er die Bedeutung des Austauschs zwischen Forschung und Praxis hervor und begrüßte die starke Rolle der Frauen im Ökolandbau passend zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026. Geschäftsführerin Kerstin O. Hinz würdigte Gut Oelbergen als Pionierbetrieb und bezeichnete den vorherigen Hofinhaber Albert Haake als lebendiges Archiv für das Bodenleben, bevor der Landesvorsitzende Ludger Engeln seine tiefste Überzeugung für den Ökolandbau bekräftigte.


Nur wenn es dem Planeten gut geht, kann es auch den Menschen gut gehen

Prof. Dr. Hardy Vogtmann


Sonja und Stephan Weichert
Sonja und Stephan Weichert
Freie Journalisten
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