Die Getreideernte im Schaumburger Land ist in diesem Jahr ungewöhnlich früh angelaufen. Während vielerorts bereits die Wintergerste eingefahren wurde, stehen Raps und Weizen kurz vor der Ernte. Insgesamt zeichnet sich bislang jedoch ein gemischtes Bild ab.
„Die Trockenheit im Frühjahr hat teilweise – besonders auf leichteren Böden – für Ertragseinbußen gesorgt, vor allem bei der Gerste“, erklärt Anneke Eggers von der Öko-Modellregion Schaumburg. Im Landkreis selbst seien die Böden jedoch vergleichsweise gut, sodass viele Betriebe weniger stark betroffen seien. Anders sehe es in benachbarten Regionen wie dem Kreis Nienburg aus, wo die Auswirkungen deutlicher spürbar seien.
Für Entlastung sorgten teils kräftige Niederschläge im Mai, die sich positiv auf viele Kulturen auswirkten. Dennoch brachte die anschließende Hitzeperiode neue Herausforderungen. „Die extreme Hitze hat dazu geführt, dass das Getreide schneller abreift – das kann gerade beim Weizen in der Kornfüllungsphase die Qualität beeinträchtigen“, so Eggers. Bei der Gerste hingegen sei die Stärkeeinlagerung zu diesem Zeitpunkt weitgehend abgeschlossen gewesen, sodass hier von durchschnittlichen Qualitäten auszugehen sei.
Neben den Erträgen rücken damit auch die Inhaltsstoffe stärker in den Fokus, insbesondere beim Brotgetreide. Eine abschließende Bewertung steht allerdings noch aus. Erste Einschätzungen gehen derzeit von einer insgesamt durchschnittlichen Getreide- und Rapsernte aus.
Sorgen bereiten vielen Betrieben zudem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Während die Erzeugerpreise für Getreide derzeit niedrig sind, bleiben die Kosten für Diesel, Dünger und Personal hoch, beziehungsweise steigen.