Der Landkreis Schaumburg hat vor zahlreichen geladenen Gästen den Ergänzungsneubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Stadthagen eingeweiht. Landesbranddirektor Dieter Rohrberg erklärte, das Gebäude sei eine Investition in den Schutz der Bürger und gleichzeitig ein Statement des Landkreises, dass er zum Ehrenamt stehe.
Der Landesbranddirektor hielt in seinem Grußwort fest, dass die Wehren in Niedersachsen einen Zuwachs im Einsatzgeschehen verzeichnen würden. Der Waldbrand in der Eiffel und das Weihnachtshochwasser seien zwei Beispiele für die sich erweiternden Herausforderungen der Wehren. Niedersachsen werde außerdem den Katastrophenschutz weiter stärken, vor diesem Hintergrund sei der Erweiterungsbau der FTZ eine wichtige Zukunftsinvestition.
Landrat Jörg Farr, Kreisbrandmeister Joachim Muth und dessen Vorgänger Klaus-Peter Grote hatten zuvor in lockerer Gesprächsform über die Entwicklung des Baus und die Hintergründe der Maßnahme informiert. Es sei eine glückliche Fügung gewesen, dass man die Flächen im Anschluss an das Bestandsgebäude habe kaufen können, wie sie festhielten. Die Suche eines ganz neuen Standortes wäre sicherlich viel schwieriger geworden und hätte deutlich länger gedauert, so Farr.
Großer Platzbedarf
Die Kreisfeuerwehr habe erheblichen Platzbedarf gehabt, dies werde mit dem Neubau nun in einer „idealen Lösung“ verbessert, wie Grote und Muth ausführten. Sowohl im Bereich der Ausbildung als auch für die Einsätze seien die Anforderungen an die Kreisfeuerwehr in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Fahrzeug hätten zum Teil über lange Zeiträume unter freiem Himmel abgestellt werden müssen. „Ein nicht haltbarer Zustand“, so Muth, der Probleme für die Technik mit sich bringe. Mit dem Neubau habe man nun ganz andere Möglichkeiten. Hinter 15 Sektionaltoren würden insgesamt 30 Stellplätze für Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Hinzu kämen die modernen Schulungsräume, die nun für die Lehrgänge genutzt werden könnten. Die Jugendfeuerwehr könne ihr Material zentral lagern, das Kreiszeltlager fand erstmals auf dem FTZ-Gelände statt. Hinzu kämen zeitgemäße Umkleiden und Sanitärbereiche für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Der 22 Meter hohe Turm werde unter anderem für das Training von Höhenrettern und Drehleitermaschinisten eine wichtige Rolle spielen.
Bestandsgebäude nun im Blick
Farr und Muth führten aus, dass auch für den Bestandsbau eine Modernisierungsmaßnahme nötig sei. Hierzu würden zwei Planungsvarianten vorbereitet. Eine, die einen kompletten Neubau vorsehe, eine, die eine Sanierung des Bestandsbaus vorsehe. Die Entscheidung treffe dann der Kreistag. Wichtig sei, für die FTZ-Mitarbeiter zeitgemäße Sozial- und Büroräume zur Verfügung zu stellen. Ebenso sei es nötig, zum Beispiel den Bereich Atemschutzgeräte-Technik zu vergrößern.
Rolf Bruns und Uwe Brinkmann vom Planungsbüro Bruns und Brinkmann gaben einen Überblick über das neuentstandene Gebäude, das rund 22.258 Kubikmeter umfasst. Jeder Raum sei bis in den letzten Winkel durchdacht, hinter jeder Tür sei eine wichtige Funktion angesiedelt. Auch im Bereich der Energieversorgung sei das Gebäude modern aufgestellt. Strom komme über die PV-Anlage auf dem Dach von der Sonne, die Wärme über eine Wärmepumpe aus dem Boden.
Bevor die Gäste die FTZ bei Führungen kennen lernen konnten, dankte Kreisbrandmeister Joachim Muth seinem Vorgänger Klaus-Peter Grote und Dirk Hahne, die sich ganz erheblich in die Planungen für den Bau eingebracht hätten.