Inklusion in Kita-Teams erfolgreich | Schaumburger Wochenblatt

Inklusion in Kita-Teams erfolgreich

Freuen sich gemeinsam über den Erfolg des Projekts: (v.li.) Frauke Lohmann, Melissa Aldag, Nikolai Kohl, Melanie Scholz, Kerstin Tack, Jule Muschiol, Annika Friedrichs, Cathrin Strüver sowie Hella Cordes. <br> (Foto: privat)
Freuen sich gemeinsam über den Erfolg des Projekts: (v.li.) Frauke Lohmann, Melissa Aldag, Nikolai Kohl, Melanie Scholz, Kerstin Tack, Jule Muschiol, Annika Friedrichs, Cathrin Strüver sowie Hella Cordes.
(Foto: privat)
Freuen sich gemeinsam über den Erfolg des Projekts: (v.li.) Frauke Lohmann, Melissa Aldag, Nikolai Kohl, Melanie Scholz, Kerstin Tack, Jule Muschiol, Annika Friedrichs, Cathrin Strüver sowie Hella Cordes.
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Freuen sich gemeinsam über den Erfolg des Projekts: (v.li.) Frauke Lohmann, Melissa Aldag, Nikolai Kohl, Melanie Scholz, Kerstin Tack, Jule Muschiol, Annika Friedrichs, Cathrin Strüver sowie Hella Cordes.
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Freuen sich gemeinsam über den Erfolg des Projekts: (v.li.) Frauke Lohmann, Melissa Aldag, Nikolai Kohl, Melanie Scholz, Kerstin Tack, Jule Muschiol, Annika Friedrichs, Cathrin Strüver sowie Hella Cordes.
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Was als landesweit einmaliges Projekt begonnen hat, hat sich inzwischen etabliert: Im zweiten Jahrgang des von Aktion Mensch geförderten Projekts „Inklusion in Kita-Teams – Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung“, in der Bad Nenndorfer Kita „Entdeckerhaus“, des Paritätischen Niedersachsen qualifizieren sich derzeit zwölf Menschen mit Behinderungen zu Kita-Assistentinnen und -assistenten.

Pro Jahrgang stehen aktuell fünfzehn Plätze zur Verfügung. Die Erfahrungen zeigen: Das Konzept funktioniert und eröffnet Menschen mit Behinderungen konkrete Wege in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im pädagogischen Bereich von Kindertagesstätten.

„Wir sehen mit dem zweiten Projektdurchgang und nun insgesamt 16 über das Budget für Arbeit abgeschlossenen Arbeitsverträgen in beiden Jahrgängen sehr deutlich, dass die Qualifizierung zur Kita-Assistenz ein großer Erfolg ist und dass die beteiligten Menschen, Kitas und Träger von diesem Ansatz profitieren. Deshalb wollen wir jetzt den nächsten Schritt gehen und bauen darauf, dass die Kita-Assistenz im Niedersächsischen Gesetz über Kindertagesstätten und Kindertagespflege verankert wird. Nur so können Beschäftigung und Qualifizierung dauerhaft und unabhängig von einer Projektförderung ermöglicht werden“, sagt Kerstin Tack, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen.

Wie gut der Ansatz in der Praxis funktioniert, davon überzeugte sich Annika Friedrichs, Sozialdezernentin des Landkreises Schaumburg, bei einem Besuch der Integrativen Kindertagesstätte „Entdeckerhaus“ der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg/Weserbergland (PLSW) in Bad Nenndorf. Annika Friedrichs ist Mitglied des Projektbeirats im Paritätischen Niedersachsen.

Die PLSW ist Projektpartnerin der ersten Stunde und beteiligt sich insgesamt mit fünf Kindertagesstätten. In allen drei Einrichtungen werden Kita-Assistentinnen und -assistenten qualifiziert.

„In der Praxis zeigt sich, wie wichtig der ganz normale Arbeitsalltag für das Gelingen von Inklusion ist. Die angehenden Kita-Assistenten gehören bei uns zum Team und übernehmen Aufgaben, die zu ihren Stärken passen. Es braucht manchmal neue Lösungen und Abstimmung – aber daraus entwickelt sich ein gutes Miteinander. Unsere fünf beteiligten Kitas machen damit durchweg positive Erfahrungen“, berichtet Nikolai Kohl, Geschäftsführer der PLSW.

Ein Beispiel ist Jule Muschiol. Sie arbeitet bereits seit mehreren Jahren auf einem ausgelagerten Arbeitsplatz im hauswirtschaftlichen Bereich der Kita. Seit dem 1. Mai 2026 ist sie dort mit Unterstützung des Budgets für Arbeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Nun qualifiziert sie sich im Rahmen des Projekts zusätzlich für eine Tätigkeit im pädagogischen Bereich.

„Besonders schön ist für mich, dass ich weiter Teil des Teams bin und meine Erfahrungen einbringen kann. Ich verdiene jetzt mehr und kann mich beruflich weiterentwickeln. Gleichzeitig merke ich, dass ich mit meiner Arbeit gebraucht werde und einen wichtigen Beitrag in der Arbeit mit den Kindern leisten kann. Das gibt mir Selbstvertrauen und macht mich stolz“, sagt Jule Muschiol, Projektteilnehmerin und angehende Kita-Assistentin.

Für Sozialdezernentin Annika Friedrichs ist der Erfolg vor allem ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit.

„Als Mitglied des Projektbeirats habe ich mich bislang vor allem aus der Distanz mit den Zielen, Strukturen und Inhalten des Projekts beschäftigt. Deshalb war es mir ein echtes Anliegen, mir nun vor Ort selbst ein Bild zu machen und zu erleben, wie die Idee im Kita-Alltag funktioniert. Zu sehen, wie selbstverständlich die angehenden Kita-Assistentinnen in die Teams eingebunden sind und wie gut die verschiedenen Akteurinnen zusammenarbeiten, ist für mich besonders eindrucksvoll. Der Besuch zeigt ganz konkret, dass echte Inklusion möglich ist.“


Winfried Gburek
Winfried Gburek
Freier Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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