Der Sommer kommt, doch die Schwimmbäder bleiben für viele Kinder ein unsicheres Terrain. Während die Zahl der Nichtschwimmer im Grundschulalter dramatisch steigt, wird der entscheidende erste Schritt – die spielerische Wassergewöhnung im Kindergarten – oft unterschätzt. Dabei legt genau diese Phase das Fundament für Sicherheit, Motorik und das Überleben im nassen Element.Genau hier greift die Bürgerstiftung Schaumburg ein, denn, so Thomas Priemer: „Wir wollen, dass die Kinder möglichst sicher mit dem Element Wasser umgehen können!” Dazu brauche es aber Partner, und die hat die Bürgerstiftung mit den beiden DLRG Ortsgruppen Rolfshagen und Rinteln gewinnen können und mit der BKK 24 auch einen neuen Sponsor, der neben der Sparkasse, die seit vier Jahren das Projekt unterstützt, besonders der gesundheitspräventiven Wirkung von Bewegung einen hohen Stellenwert einräumt, so Dennis Busche. Doch neben den Finanziers eines so großen Projekts „Wassergewöhnung” braucht es auch engagiertes Personal in den Kitas, die diese zusätzliche Aufgabe zum „normalen” Kindergartenalltag auf sich nehmen wollen. Und das sind für Rinteln und das Auetal immerhin 14 der 17 Kitas, die das für sich verbuchen können, freut sich Mareen Fennert von der Stadt Rinteln zusammen mit Bürgermeisterin Andrea Lange. Lange ergänzt: „Wir haben bereits eine tolle Unterstützung, unter anderem von der Lebenshilfe Rinteln mit einem Fahrdienst, wer sich aber noch dafür engagieren möchte, kann sich einfach in der Verwaltung melden!” Als ein „Leuchtturmprojekt mit Vorzeigecharakter” bezeichnete Andrea Stüdemann von Seiten des Landkreises Schaumburg die Wassergewöhnung für die Kitas: „Das ist ein Präventionsprojekt für Überlebenssicherheit und kommt noch vor dem Training zum Radfahren!” Chiara Neumann von der Sparkasse Schaumburg versicherte: „Wir unterstützen auch weiterhin das Projekt!”
Warum braucht es eine Wassergewöhnung?
Die Antwort ist ganz einfach. Wassergewöhnung ist das Fundament für die kommende Schwimmausbildung. Mangelnde Wasserflächen, besonders bei Hallenbädern, macht es allerdings schwierig, die Kinder an Wasser zu gewöhnen. Und viele Eltern erwarten, dass ihr Kind im Alter von fünf oder sechs Jahren einen Schwimmkurs besucht und nach wenigen Wochen sicher das Seepferdchen ablegt. Das scheitert jedoch oft an einer entscheidenden, fehlenden Basis: der Wassergewöhnung. Bevor ein Kind komplexe Bewegungsabläufe wie den Brustbeinschlag koordinieren kann, muss es sich im Element Wasser überhaupt erst zu Hause fühlen. Wassergewöhnung bedeutet nicht, sofort Bahnen zu ziehen, sondern die physikalischen Eigenschaften des Wassers mit dem eigenen Körper zu erfahren. Kinder lernen dabei spielerisch, wie sich der Auftrieb anfühlt, wie der Widerstand des Wassers die Bewegung bremst und wie man das Gesicht schmerzfrei unter Wasser taucht, ohne in Panik zu geraten. Diese sensorischen und motorischen Erfahrungen im Kindergartenalter nehmen die Urangst vor dem nassen Element und verwandeln sie in Respekt und Vertrauen. Fehlt diese Phase, kann die Angst später jeden Lernfortschritt im eigentlichen Schwimmkurs blockieren.
„Wir wollen, dass die Kinder möglichst sicher mit dem Element Wasser umgehen können!”