Klappt die Eröffnung 2026 | Schaumburger Wochenblatt

Klappt die Eröffnung 2026

Projektleiter Heiko Büthe erläutert, warum die gigantischen Lüftungsanlagen nicht in den Keller des Bades passen. (Foto: ste)
Projektleiter Heiko Büthe erläutert, warum die gigantischen Lüftungsanlagen nicht in den Keller des Bades passen. (Foto: ste)
Projektleiter Heiko Büthe erläutert, warum die gigantischen Lüftungsanlagen nicht in den Keller des Bades passen. (Foto: ste)
Projektleiter Heiko Büthe erläutert, warum die gigantischen Lüftungsanlagen nicht in den Keller des Bades passen. (Foto: ste)
Projektleiter Heiko Büthe erläutert, warum die gigantischen Lüftungsanlagen nicht in den Keller des Bades passen. (Foto: ste)

Eigentlich war der Plan glasklar: Zur Saisoneröffnung 2026 sollte im neuen Rintelner Hallenbad das erste Mal angeschwommen werden. Doch lässt sich dieser sportliche Zeitplan überhaupt noch halten?

Projektleiter Heiko Büthe zeigt sich verhalten optimistisch: „Das hehre Ziel ist immer noch die Fertigstellung in 2026!“ Hinter den Kulissen gleicht das Großprojekt allerdings einem gigantischen Puzzle. Insgesamt 42 Gewerke und mehr als 40 Einzelfirmen müssen perfekt aufeinander abgestimmt werden. Das Risiko reist immer mit: Fällt auch nur ein einziges Gewerk aus oder verspätet sich, droht ein Domino-Effekt, der alle nachfolgenden Arbeiten ausbremst.

Millimeterarbeit auf dem Dach und High-Tech im Keller

Beim jüngsten Pressebesuch lief zum Glück alles wie am Schnürchen. Ein Spezialkran hievte die riesigen Lüftungsanlagen spektakulär auf das Hallenbaddach. Warum aufs Dach? „Im Keller wäre einfach nicht genügend Platz gewesen“, erklärt Büthe schmunzelnd. Wer einen Blick in das Untergeschoss wirft, versteht sofort, was er meint: Der Keller ist bereits bis zum Rand mit modernster Technik vollgepackt. „Rund 40 Prozent der gesamten Baukosten stecken in der neuen Technik des Bades“, so der Projektleiter. Und diese Technik hat es in sich. Einige beeindruckende Zahlen und Fakten verdeutlichen den Quantensprung im Vergleich zum alten Bad: Gewaltiger Luftaustausch: Mussten früher rund 15.000 Kubikmeter Luft pro Stunde ausgetauscht werden, sind es heute gesetzlich vorgeschriebene 25.000 Kubikmeter. Die Herausforderung dabei? „Es soll möglichst kein Luftzug zu spüren sein“, erklärt Sascha Rose, Meister für Bäderbetriebe. Das ist wichtig, da die feuchte, chlorhaltige Luft andernfalls langfristig schwere Bauschäden verursachen würde. Nachhaltiges Wassermanagement: Auch bei der Rückspültechnik hat sich seit den 1970er-Jahren einiges getan. Das verbrauchte Wasser wird heute nicht mehr einfach in den Kanal geleitet. Stattdessen wird es aufwendig gereinigt und dem Kreislauf wieder zugeführt. Grüner Energiemix: Auf einem eigens angefertigten Stahlgerüst auf dem Dach installieren die Stadtwerke eine 70-Kilowattpeak-Photovoltaikanlage. Zusammen mit einem neuen Energiespeicher und dem bereits vorhandenen Blockheizkraftwerk wird das Hallenbad energetisch zukunftssicher aufgestellt.

Baustellen-Krimi: Zwischen Nacht-und-Nebel-Aktionen

Dass ein solches Großprojekt Nerven kostet, verheimlicht Büthe nicht und plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen. Während die Zusammenarbeit mit den meisten Firmen hervorragend funktioniere, gab es auch skurrile Momente: Manche Handwerker tauchten trotz fester Ankündigung einfach gar nicht auf – andere rückten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion an einem Samstag an und installierten prompt das Falsche. Seinen Humor hat der Projektleiter trotzdem behalten. Er blickt nach vorn, denn die größte logistische Hürde ist geschafft.

Wie geht es nach dem Bau weiter?

Selbst wenn die Handwerker abrücken, können die Badegäste nicht sofort ins Wasser springen. Nach der Fertigstellung folgt eine entscheidende Phase: „Dann läuft etwa acht Wochen das stückweise Hochfahren des Bades“, erklärt Büthe. In dieser Zeit findet ein intensiver Probebetrieb zusammen mit der DLRG Rinteln statt. Das Ziel: Mögliche Kinderkrankheiten der hochkomplexen Anlagen rechtzeitig zu entdecken und zu beheben, damit dem sicheren Badespaß absolut nichts mehr im Wege steht.


Sonja und Stephan Weichert
Sonja und Stephan Weichert
Freie Journalisten
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