Der Rat der Stadt Bückeburg will in der kommenden Woche einen weitreichenden Beschluss zur Grundschule am Harrl fassen. Nach derzeitigem Stand könnte die Schule während der weiteren Sanierung komplett in die ehemalige Herderschule umziehen. Dazu hat die Verwaltung verschiedene Optionen dargestellt; bevorzugt wird die Variante 3a:
Mit dem geplanten Schritt reagiert die Stadt auf die schwierige Lage am bisherigen Standort. Seit Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2021 laufen Unterricht und Sanierung parallel, doch Verzögerungen, bauliche Eingriffe und wiederkehrende Störungen durch Lärm und Staub haben die Organisation zunehmend belastet. Nach Einschätzung der Verwaltung lässt sich der ursprüngliche Sanierungsfahrplan nicht mehr sinnvoll fortführen.
Die Herderschule soll nach dem Willen der Verwaltung als Interimsstandort so hergerichtet werden, dass dort alle Jahrgänge der Grundschule untergebracht werden können. Vorgesehen sind unter anderem der Rückbau ehemaliger Trennwände, neue Bodenbeläge, frische Anstriche, moderne Beleuchtung, IT-Ausstattung und Anpassungen beim Brandschutz. Außerdem soll geprüft werden, wie sich eine Mensa und bei Bedarf auch der Hort in das Konzept einfügen lassen.
Besonders wichtig ist aus Sicht der Stadt, dass der Unterricht an einem Ort gebündelt werden kann. Nach der bevorzugten Variante 3a würde das Gelände an der Ulmenallee vollständig frei, sodass die Sanierung am Harrl ohne laufenden Schulbetrieb vorangetrieben werden könnte.
Finanziell rechnet die Stadt derzeit mit Gesamtkosten von rund 1,2 Millionen Euro für Umbau und Umzug. Die Herderschule soll vom Landkreis Schaumburg mietkostenfrei überlassen werden; die Stadt müsste aber die laufenden Bewirtschaftungs- und Instandhaltungskosten tragen. Für die Haushaltsplanung ab 2027 sollen die nötigen Mittel zusätzlich berücksichtigt werden.
Der Beschluss fällt in eine Phase, in der die Sanierung der Grundschule Am Harrl ohnehin unter Druck steht. Die Stadt spricht von einer komplexen Baustellensituation, bei der sich Arbeiten an Versorgungssträngen und Schadstoffsanierung immer wieder auf den Schulbetrieb auswirken. Auch deshalb gilt ein kompletter Umzug inzwischen als die praktikabelste Lösung, um die Arbeiten zu beschleunigen und die Schule für die kommenden Jahre verlässlich aufzustellen.