Seit vergangenem Donnerstag, dem 22. Oktober 2026, häufen sich Meldungen über Knallgeräusche in der Stadthäger Innenstadt, insbesondere rund um den Bereich Wall und die Parkanlagen. Bürgerinnen und Bürger sowie Einsatzkräfte hörten die Geräusche vor allem zwischen 18 und 22 Uhr, vereinzelt auch vormittags und mittags. Allein am Donnerstagabend gingen etwa 50 Anrufe bei der Polizei ein.
Die Polizei reagierte umgehend und entsandte mehrfach Streifenwagen zu den gemeldeten Orten. Dabei beobachteten die Beamten Kinder und Jugendliche, die auf E-Scootern, Fahrrädern oder zu Fuß in Richtung Wall flüchteten. Am Samstag erhielt die Polizei den Hinweis, dass die Jugendlichen möglicherweise Spraydosen zur Detonation bringen. Eigene Feststellungen dazu konnten die Einsatzkräfte bisher nicht machen.
Am gestrigen Abend gelang der Polizei ein erster Fahndungserfolg: Im Rahmen der Ermittlungen wurden mehrere Kinder und Jugendliche kontrolliert. Ein 13-jähriges Kind führte drei Böller der Klasse F4 mit sich, deren Umgang nur Personen mit entsprechender Erlaubnis und ab 21 Jahren gestattet ist. Die Polizei stellte die Pyrotechnik sicher und führte im Beisein eines Erziehungsberechtigten ein erzieherisches Gespräch mit dem Kind. Ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz wurde eingeleitet, um die Herkunft der Böller zu klären.
Parallel dazu ermittelt die Polizei in einem Betrugsfall, bei dem eine Frau aus der Samtgemeinde Lindhorst ein nicht bestelltes Paket mit genehmigungspflichtigen Knallkörpern erhielt. Die Ermittlungen konzentrieren sich darauf, wer die Knallkörper verkauft und bestellt hat und ob ein Zusammenhang mit den Vorfällen in Stadthagen besteht.
Die Polizei hat ihre Präsenz in der Innenstadt verstärkt und steht in engem Austausch mit der Stadtverwaltung. Der Kontaktbeamte wird zudem die Schulen kontaktieren, um dort für das Thema zu sensibilisieren. Die Polizei warnt eindringlich vor den Gefahren des unsachgemäßen Umgangs mit Pyrotechnik und appelliert an die Erziehungsberechtigten, ihre Kinder über die Risiken und rechtlichen Konsequenzen aufzuklären.
Bürgerinnen und Bürger, die Hinweise zu den Vorfällen geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Auch Videos, Fotos oder sonstige Beobachtungen, die zur Aufklärung beitragen könnten, sind von Bedeutung.