Klimawandel, Hitzeperioden und der tägliche Asphalt-Wahnsinn setzen Rintelns Grünflächen massiv zu – doch die Stadt schlägt jetzt mit einer cleveren Pflanz-Offensive und hitzeverträglichen Stauden zurück.
Wenn im Sommer die Sonne brennt, verwandeln sich viele städtische Beete in staubige Trauerspiele. Die Stadt Rinteln steuert deshalb radikal um und will ihre öffentlichen Grünflächen für die Zukunft umrüsten. Statt wassersuchender Pflanzen setzt Bauhofleiter Klaus-Ulrich Hartmann künftig voll auf eine smarte Umgestaltung mit hitzeverträglichen Stauden, robusten Bodendeckern und ressourcenschonenden Mineralsubstraten. Diese geschlossenen Vegetationsdecken bilden ein dichtes Schutzschild gegen den Boden, halten die Feuchtigkeit fest und kühlen das städtische Klima spürbar herunter. Zugleich entlasten die pflegeleichten Dauerbrenner den städtischen Bauhof massiv, der nach dem Verbot von Herbiziden und ohne tatkräftige Mithilfe vieler Anwohner längst an seine Grenzen stößt. Unterstützung suchte Hartmann jetzt auf politischer Ebene beim Bauausschuss der Stadt Rinteln. Der ist für ein städtisches Gesamtkonzept zuständig, für einzelne Maßnahmen wären die jeweiligen Ortsräte das richtige Gremium.
Problemzone Wallstraße
Besonders drastisch zeigt sich die Notwendigkeit für diesen Wandel an echten Problemzonen wie dem Parkplatz an der Wallstraße. Hier herrscht ein für Beete rücksichtsloses Chaos: Autofahrer ignorieren jede Beetbegrenzung, rangieren tonnenschwere Karossen gedankenlos über die Randstreifen und zertrampeln jede zarte Pflanze zu Schutt und Asche. Bislang hatte jede gärtnerische Mühe dort verloren. Doch das soll sich ändern. Mit stabilen Rankgittern und extrem widerstandsfähigen, tritttoleranten Stauden soll dieser Brennpunkt nun aufgerüstet werden.
Nach Intensivpflege wird es einfacher
Auch an anderen Pilotstandorten wie in Steinbergen, an der Spitzbubenbrücke oder in der Kendalstraße soll die grüne Revolution starten. Nach einer anfänglichen, zweijährigen Intensivpflege entfalten die mehrjährigen Stauden ihre volle Kraft und trotzen künftig jeder Dürre. Der Bauausschuss hat bereits für die grundsätzliche Umgestaltung städtischer Beete und Pflanzstreifen grünes Licht gegeben.