Scheunenbrand in Groß Hegesdorf | Schaumburger Wochenblatt

06.11.2026 14:43

Scheunenbrand in Groß Hegesdorf

Die Strohballen wurden aus der Scheune transportiert, geöffnet und gelöscht. (Foto: privat)
Die Strohballen wurden aus der Scheune transportiert, geöffnet und gelöscht. (Foto: privat)
Die Strohballen wurden aus der Scheune transportiert, geöffnet und gelöscht. (Foto: privat)
Die Strohballen wurden aus der Scheune transportiert, geöffnet und gelöscht. (Foto: privat)
Die Strohballen wurden aus der Scheune transportiert, geöffnet und gelöscht. (Foto: privat)

Mehr als 60 Stunden, rund 400 Einsatzkräfte und Unterstützung weit über die Kreisgrenzen hinaus: Der Scheunenbrand in Groß Hegesdorf am vergangenen Wochenende hat die ehrenamtlichen Helfer über mehrere Tage gefordert. Feuerwehren sowie Einheiten des Technischen Hilfswerks aus vier Landkreisen arbeiteten zusammen, um das Feuer und die hartnäckigen Glutnester zu löschen. Besonders aufwendig war es, rund 1000 Strohballen aus dem Gebäude zu holen und anschließend abzulöschen.

Das war geschehen

Entdeckt wurde der Brand am Freitag, 30. Oktober, gegen 18.23 Uhr. Bereits zu diesem Zeitpunkt schlugen Flammen aus dem Dach. Als die Feuerwehr eintraf, stand die Scheune bereits in Vollbrand. Menschen wurden nicht verletzt. Kühe auf einer benachbarten Weide konnten unverletzt auf eine andere Weide gebracht werden. Neben dem Stroh befanden sich ein Mähdrescher und weitere landwirtschaftliche Geräte in dem Gebäude. Nach Angaben der Polizei entstand ein Schaden im hohen sechsstelligen Bereich.
Was zunächst als akute Brandbekämpfung begann, entwickelte sich zu einem langwierigen Räum- und Löscheinsatz. Das dichtgepresste Stroh ließ sich nur schwer durchdringen. Löschwasser erreicht lediglich die Oberfläche, während im Inneren Glutnester zurückblieben. Die Ballen mussten deshalb aus der Scheune gebracht, auseinandergezogen und schichtweise gelöscht werden.
Dafür rückte das THW mit Baggern, Radladern und weiteren Spezialfahrzeugen an. Helfer aus Stadthagen bauten eine mobile Zufahrt, damit die schweren Maschinen arbeiten konnten. Unterstützung kam unter anderem von den THW-Ortsverbänden Bassum, Burgdorf und Bünde sowie im weiteren Verlauf aus Elze, Hoya und Oldenburg. Das Stroh wurde auf einer Fläche außerhalb der Scheune ausgebreitet und dort weiter abgelöscht.
Dabei kam auch Technik zum Einsatz, die für Wald- und Vegetationsbrände vorgesehen ist. Der Waldbrand- und Vegetationsbrandzug der Stadtfeuerwehr Hessisch Oldendorf rückte mit acht Fahrzeugen an. Ihm gehörten Kräfte aus Haddessen, Bensen, Fischbeck, Hessisch Oldendorf, Lachem und Hemeringen an. Weitere Hochleistungslöschsysteme stellten die Kreisfeuerwehr Schaumburg sowie die Feuerwehrtechnischen Zentralen in Ronnenberg und Kirchohsen zur Verfügung. Eine Drohne mit Wärmebildkamera unterstützte die Einsatzkräfte aus der Luft.
Der Einsatz erforderte nicht nur schweres Gerät, sondern auch eine umfangreiche „grenzenlose” Zusammenarbeit. Immer wieder lösten frische Kräfte die eingesetzten Mannschaften ab. Neben den Feuerwehren der Samtgemeinde Rodenberg waren unter anderem Einheiten aus Bad Nenndorf, Stadthagen, Rinteln, Heuerßen, Lüdersfeld/Vornhagen, Wölpinghausen und der Bergkette beteiligt. Drehleitern und Hubrettungsfahrzeuge wechselten sich ebenfalls ab; Unterstützung kam dabei auch aus Bad Münder. Für Atemschutz, Hygiene, Versorgung und die Koordination waren weitere Einheiten eingebunden. Die überörtliche Hilfe ermöglichte es, die aufwendigen Arbeiten über mehrere Tage nahezu reibungslos fortzuführen.
Auch die Wasserversorgung musste über die gesamte Einsatzdauer gesichert werden. Anfangs brachten Tanklöschfahrzeuge Wasser im Pendelverkehr zum Brandort. Später führten lange Schlauchleitungen zur Einsatzstelle, darunter eine rund 1,3 Kilometer lange Leitung aus Richtung Lyhren.
In der Nacht zu Montag konnte die Feuerwehr für das Gebäude schließlich „Feuer aus“ melden. Auf der Fläche mit dem ausgelagerten Stroh gingen die Kontrollen und Löscharbeiten jedoch weiter. Erst am Montagmittag galt auch dort das Feuer als gelöscht. Die Warnung vor Rauch- und Geruchsbelästigung war am frühen Montagmorgen aufgehoben worden. Anschließend mussten Fahrzeuge, Geräte und Schläuche gereinigt und wieder einsatzbereit gemacht werden.

Zeugen gesucht

Der Brandort wurde für die weiteren Ermittlungen beschlagnahmt. Damit soll die Untersuchung der Brandursache beginnen. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen der Frage nach, wie das Feuer entstanden ist. Hinweise auf Brandstiftung liegen nach Angaben der Polizei nicht vor.
Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise. Wer im Zusammenhang mit dem Brand verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Angaben zur Entstehung des Feuers machen kann, wird gebeten, sich bei der Polizei Bad Nenndorf unter Telefon 05723/74920 oder per E-Mail an poststelle@pk-bad-nenndorf.polizei.niedersachsen.de zu melden.


Nadine Dressler
Nadine Dressler
Redakteurin Schaumburger Wochenblatt.

Nadine Dressler ist seit Anfang 2024 als Redakteurin beim Schaumburger Wochenblatt tätig. Sie betreut schwerpunktmäßig die redaktionellen Belange der Bereiche Bückeburg, Obernkirchen, Auetal und Bad Eilsen. Vereine und Initiativen können können ihre Pressemitteilungen gern direkt an n.dressler@schaumburger-wochenblatt.de senden.
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