Wenig Niederschlag lässt Wasserstand sinken | Schaumburger Wochenblatt

Wenig Niederschlag lässt Wasserstand sinken

Sehr niedrig: Wasserstand in Steinhudeam 9. März 2026. (Foto: wb)
Sehr niedrig: Wasserstand in Steinhudeam 9. März 2026. (Foto: wb)
Sehr niedrig: Wasserstand in Steinhudeam 9. März 2026. (Foto: wb)
Sehr niedrig: Wasserstand in Steinhudeam 9. März 2026. (Foto: wb)
Sehr niedrig: Wasserstand in Steinhudeam 9. März 2026. (Foto: wb)

Die Auswirkungen von Trockenjahren, wenig Niederschlag und strahlendem Sonnenschein in den vergangenen Wochen lassen sich am Wasserstand des Steinhuder Meeres und des Grundwassers ablesen. So wurde am 10. März an der Messstation Wilhelmstein ein Wert von 37, 90 Meter über Normal Null gemessen. Das entspricht einer Tiefe von 113 Zentimetern. Am gleichen Tag des Jahres 2024 waren es noch 117 Zentimeter gewesen und 2024 sogar 132 Zentimeter. Auf Nachfrage erläutern der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz (NLWKN) und die Region Hannover die aktuelle Situation.

Landesweit war das Jahr 2025 durch unterdurchschnittliche Niederschläge geprägt, so dass NLWKN. Das gilt auch für die Region rund um das Steinhuder Meer. Folglich befindet sich der Wasserstand des Steinhuder Meeres unterhalb des in dieser Jahreszeit zu erwartenden Wertes. Saisonal ist der aktuelle Wert mit dem des Februars 2023 (nach dem Trockenjahr 2022) vergleichbar. Dies hat auch Folgen für das Grundwasser. Da es in den zurückliegenden Monaten zu wenig Niederschläge gab, gibt es aktuell eine zu geringe Sickerwasserbildung. Daraus resultiert dann eine zu geringe Grundwasserneubildung. Eine Entwicklung, die nicht nur die Region Hannover betrifft, sondern für die Monate November und Dezember 2025 alle niedersächsischen Landkreise. Auch der Januar 2026 leistete keinen nennenswerten Beitrag zur Erholung der Grundwasserstände. An der Grundwassermessstelle Schneeren liegt (trotz rückläufiger Tendenz seit 2000) der Messwert mit 40,9 Meter über Normal Null aber weiterhin deutlich über dem Wasserstand des Steinhuder Meeres, so das NLWKN.

Eine Erholung der aktuellen Lage kann es nur durch höhere Niederschlagsmengen geben, die die Defizite nicht nur ausgleichen, sondern darüber hinaus gehen. Grundsätzlich gibt es für die Beurteilung eine sogenannte Ganglinie. Das heißt, dass es typischerweise im feuchten Winterhalbjahr die höchsten Grundwasserstände gibt und im Spätsommer die niedrigsten Stände. Nach Auskunft der Region Hannover wird es einen abschließenden Wert erst am Ende des hydrologischen Winterhalbjahres geben (Ende April). Daran schließt sich aber ein „Aber“ an, denn die Grundwassersituation ist in der Region Hannover insgesamt kritisch. „Das Wassermanagement ist daher ein zentraler Bestandteil der Klimaanpassungsstrategie der Region Hannover“, so Pressesprecher Philipp Westphal. Mit Aufklärungsarbeit und Regeln zur Bewässerung in den Monaten Juni bis September schützt die Region das Grundwasser. Ein Wassermengenmanagementkonzept ist derzeit in Arbeit, so Westphal.


Verena Walter-Bockhorn (wb)
Verena Walter-Bockhorn (wb)
Freie Journalistin
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