„Es handelt sich hierbei um ein von der Wasserwacht Bayern mit der Bundeswehr entwickeltes Konzept, das jetzt bundesweit als Kooperationsprojekt der Wasserwacht, der DLRG und der Feuerwehren mit der Bundespolizei umgesetzt wird”, so Peter Sieman, zuständiger Koordinator der DLRG für das Projekt ‚Hubschraubergestützte Wasserrettung’. „Auf Initiative des Deutschen Roten Kreuzes hat das Bundesinnenministerium grünes Licht für die Ausbildung von Luftrettern in Zusammenarbeit mit den Fliegerstaffeln der Bundespolizei gegeben. Ende November fand der zweite Flugtermin für die Luftretter der DLRG und Wasserwacht in Niedersachsen an der Elbe statt. Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren für Niedersachsen etwa 25 Luftretter auszubilden, die bei Hochwasserkatastrophen und ähnlichen Großschadenslagen betroffene Personen aus der Luft evakuieren oder sanitätsdienstlich versorgen können, wenn keine anderen Möglichkeiten mehr gegeben sind.
„Wir konzentrieren uns zurzeit noch auf einen Einsatz innerhalb Deutschlands, sind aber grundsätzlich auch bei entsprechender Beauftragung im Ausland einsetzbar”, so Sieman weiter. „An sechs Standorten in Deutschland werden die Luftrettereinheiten aufgestellt, so dass zukünftig etwa 200 Helfer zur Verfügung stehen.”
Die Ausbildung der „fliegenden Rettungsschwimmer” ist breit gefächert. Höchste körperliche Fitness ist Voraussetzung für die Frauen und Männer, die als Strömungsretter ausgebildet werden. Eine sanitätsdienstliche Ausbildung und psychologische Schulung runden das Fähigkeitsprofil ab. „Insbesondere auf die Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit legen wir viel Wert”, führt Sieman, mit 45 Jahren der älteste in der Crew, aus. „Regelmäßiges Schwimm- und Lauftraining ist Pflicht, um weiterhin einsatzfähig zu bleiben.” Für Sieman kein Problem, er nahm in diesem Jahr erstmalig am Kaliman – Triathlon in Bokeloh teil und plant weitere Wettkämpfe. „Auch wenn ein Einsatz nicht absehbar ist, so bringt das regelmäßige Training doppelten Nutzen.
Ob und wann die fliegenden Retter zum Einsatz kommen, hängt vor allem von möglichen Hochwassersituationen und der Alarmierung ab. „Bisher haben wir das Projekt noch nicht an die große Glocke gehängt, wir wollten erst einsatzfähig werden. Der nächste Schritt wird die Information der zuständigen Behörden und Ministerien sein, denen wir dann die Einsatzbereitschaft melden”, ist Sieman zurückhaltend.
Wie in den Hilfsorganisationen üblich, sind alle Luftretter ehrenamtlich tätig und opfern ihre Freizeit für diese Ausbildung. Auch für Einsätze nehmen sie Urlaub und hoffen auf Akzeptanz und Unterstützung ihrer Arbeitgeber. Siemans Arbeitgeber, die DLRG-Bundesgeschäftsstelle in Bad Nenndorf, unterstützt natürlich dieses Engagement. Foto:privat.