Mit dem Thema „Molkerei” lebt eine Zeit wieder auf, in der die Herstellung von Milchprodukten, unabhängig von Hof und Anwesen, an Bedeutung zunahm. 1891/92 wird gegenüber dem damaligen Bahnhof eine Dampfmolkerei errichtet. Die Produkte finden guten Absatz, mit der Bahn werden sie bis ins Ruhrgebiet und ins Rheinland transportiert. Die von Haus zu Haus gehenden „Kiepenträger” kommen aus der Mode. 1890 war bereits im Zusammenwirken mehrerer Dörfer eine Molkereigenossenschaft gegründet worden. Die Einrichtung einer „Rindviehversicherung” folgte 1901. Damit wurde die Viehzucht besonders unter der „kleinen Leuten” gefördert, die bei einem Verlust der Tiere so einen Erwerbszweig absichern konnten.
Das von der Landwirtschaft geprägte Dorf Lindhorst verfügte über drei Schmieden. Gottlieb Wilhelm Ehlerding aus Hülshagen richtete in Lindhorst eine Schmiedestelle (heute Bahnhofstraße 47) ein. Der Schmiedemeister war bekannt für seine vortrefflichen Pflüge. Auf zahlreichen landwirtschaftlichen Ausstellungen holte er sich hohe Auszeichnungen. 1932 wurde das Anwesen von seinem Sohn neu aufgebaut und um eine Autoreparaturwerkstatt mit angeschlossener Tankstelle ergänzt.
Schmiedemeister Heinrich Bergmeier (heute Bahnhofstraße 49) und sein Sohn vergrößerten ihre Schmiede jeweils 1938 und 1946. 1966 übernahm der ehemalige Lehrling Hans-Heinrich Tölke nach seiner Meisterprüfung die Werkstatt seines ehemaligen Lehrmeisters. Eine weitere Schmiede richtete Heinrich Hattendorf in Lindhorst (heute Bahnhofstraße 40) ein. Über die Existenz der Schmiede und die Biographie ihres Betreibers konnte der Hobby - Historiker Gunter Ludewig nur sehr wenig in Erfahrung bringen. Wer mit Informationen und weiteren Informationen helfen kann, sollte sich unter der Telefonnummer 05725/ 5243 (nach 18 Uhr) an Gunter Ludewig wenden. Der Ausstellungsleiter würde sich auch über weitere Exponate zum Thema „Central Molkerei” und „Schmieden in Lindhorst” freuen.