Seit November des vergangenen Jahres befindet sich in einem ehemaligen Klassenzimmer unterm Dach die „Buddyteria”. Hier sind nicht nur ein Thekenbereich und Mikrowellen-Herde zu finden, sondern auch eine gemütliche Sitzecke und Tische. Den Namen haben die Initiatoren vom „Buddy”-Projekt des Gymnasiums Bad Nenndorf abgeleitet. Dabei unterstützen Schüler ihre Mitschüler, fungieren als Streitschlichter oder „Kummerkasten”. Die gemütliche Ausstattung des Raumes in der ehemaligen Orientierungsstufe lag Schulleiterin Dr. Irmtraud Gratza-Lüthen sehr am Herzen: „Wenn Schüler und Lehrer sich für eine Sache so engagiert einsetzen, dann soll am Ende auch etwas Schönes herauskommen”.
Unterstützt wurde die Einrichtung der „Buddyteria” zum einen von der Volksbank in Schaumburg, die 1750 Euro für die Anschaffung eines gemütlichen Sofas beigesteuert hat. Weitere 250 Euro kamen von Jubiläums-Abiturienten des Jahrgangs 1982. Und vom Förderverein der Schule wurden 300 Euro in das Projekt investiert.
Lehrerin Nicola Streuter, die mit ihrem Kollegin Torsten Deist als Aufsicht und „Buddy”-Coach auch mit für das Bistro zuständig ist, erinnerte kurz an die vielen Arbeitsstunden, die für die Umsetzung der Idee notwendig waren. Viele Sachspenden seien von den Eltern beigesteuert worden. Um die „Buddyteria” zumindest einigermaßen professionell ausstatten zu können, mussten Kühl- und Gefrierschrank angeschafft und Leitungen verlegt werden. Tatkräftige Hilfe bei der Ausgabe der kleinen Snacks und der Getränke kommt von den „Buddys” aus den Klassen sechs bis zehn. „Die schmeißen den Laden”, unterstrich Nicola Streuter. Die „Buddyteria” ist nicht nur Treffpunkt für hungrige oder durstige Schüler. Auch die Mitglieder des „Buddy”-Projektes am Gymnasium Bad Nenndorf treffen sich hier regelmäßig, um nächste Maßnahmen zu planen.
Die Schulleiterin Dr. Gratza-Lüthen bestätigte, dass mit der Einweihung des Bistros zumindest etwas die verstärkte Nachfrage nach Mahlzeiten und Getränken gestillt werden konnte. Die Schulträger seien von der Entwicklung der vergangenen Jahre schlicht überrollt worden. Die Mensa im Hauptgebäude an der Horster Straße sei jetzt schon wieder viel zu klein für die immer weiter steigenden Schülerzahlen.
Sie deutete an, dass in Gesprächen mit dem Landkreis bereits konkrete Pläne für den Ausbau der Mensa erarbeitet wurden. Ein benachbartes Klassenzimmer soll zum Speisesaal umfunktioniert werden. Die Arbeiten dafür sollen in den Sommerferien erledigt werden, um den Schulbetrieb nicht zu stören. Rund 50 000 Euro soll die Maßnahme kosten.
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