Hobingk ging noch einmal kurz auf seine Pläne ein, die ein „Kurparkhaus” mit 157 Stellflächen vorsehen. Am Standort gibt es für den Architekten keinen Zweifel, wohl aber an der Ausstattung. „Das ganze kann auch ein Juwel sein”, führte er aus. „Ich bin da ganz hemmungslos und baue ihnen da etwas hin mit Kronleuchter, Parkett und roten Sesseln” meinte er etwas überspitzt, brachte dann aber seine Forderung noch einmal auf den Punkt, an so exponierter Stelle nicht an der Optik zu sparen. Nach seinen Vorstellungen soll die Einfahrt in das „Kurparkhaus” im Idealfall über die Kurhausstraße erfolgen, die Ausfahrt über die Poststraße. Die Kosten für den Bau bezifferte der Architekt auf runde 3,2 Millionen Euro.
Walter Richter von der Union-Boden GmbH Hannover ging auf die Abwägung von „Komfort und Wirtschaftlichkeit” bei der Betreibung von Parkhäusern ein. Die Gesellschaft baut, plant und betreibt Parkhäuser und Tiefgaragen in der Landeshauptstadt. Wichtig für die Attraktivität eines Parkhauses seien Sicherheit, Sauberkeit und Erreichbarkeit. Ein natürliches Belichtungs- und Belüftungssystem sei dazu eine wichtige Angelegenheit, um ein Parkhaus für seine Nutzer attraktiv zu machen.
Kurz angesprochen wurde im Verlauf der Sitzung auch die Möglichkeit, ob das Parkhaus in die Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT) als Betreibergesellschaft eingegliedert werden könne. Auf die Frage eines Zuhörers, ob die Nutzung der Stellflächen kostenpflichtig sein wird, antwortete der Ausschussvorsitzende Herbert Kruppa (SPD) mit der knappen Feststellung „Das geht nicht ohne”. Auf die Frage nach der Finanzierbarkeit durch Gebühren wurde gerechnet: Um wenigstens die Zinsen für eine Million Euro zusammen zu bekommen, müssten mindestens 200 Euro an Parkgebühren pro Tag eingenommen werden. „Wie hoch sollen die Parkgebühren überhaupt werden?”, fragten sich viele Zuhörer.
Volker Busse (SPD) will das „Kurparkhaus” nur im Zusammenhang mit dem Gesamtkonzept zur Innenstadtsanierung sehen. „Wir brauchen Parkplätze im Zentrum”, so seine Feststellung und erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass die Parkplätze gegenüber der Landgrafentherme in absehbarer Zeit wegfallen werden. Eine Alternative zum Parkhaus sieht er nicht. „Damit können wir auch die Veranstaltungen in der Wandelhalle besser vermarkten”. Möglich seien auch Gespräche mit dem Staatsbad über eine Kostenbeteiligung.
Andreas Fedler (FDP) sah ebenfalls die Notwendigkeit für ein Parkhaus. Dies sollte aber ordentlich aussehen und so konzipiert werden, dass die Leute das gerne nutzen. Dieser Meinung schloss sich auch Frank Steen von der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) an. „Das ist ein exponierter Standort und das sollte von der Ästhetik her schon die Sinne befriedigen, und nicht nur den Geldbeutel”. Man solle den Bau als Vorleistung dafür sehen, mehr Lebens ins Zentrum zu bekommen. Ganz entschieden gegen ein Parkhaus im Kurpark-Bereich sprach sich Erwin Biener aus. Er hält den Standort für völlig verfehlt und die Kosten für zu hoch. Er mahnte auch davor, sich durch die Errichtung eines Parkhauses die Option für eine Erweiterung der Landgrafentherme zu verbauen. Foto:pd