Gemeindedirektor Jens Schwedhelm wies in seinem Beitrag zum Nachtragshaushalt auf die mit der Samtgemeinde neu abgeschlossene Verwaltungsvereinbarung hin.
Darin wurde festgeschrieben, dass die Gemeinde Lindhorst ein eigenes Gemeindebüro mit eigenem Personal betreiben wird. Neben dem von der Samtgemeinde abgestellten Beamten wird deshalb zusätzlich eine Stelle eingerichtet, die in naher Zukunft besetzt werden wird.
„Da der Stellenplan aufgestockt wird, ist dieser Nachtrag zwingend notwendig”, erläuterte Schwedhelm. Nach Aussage des Kämmerers ist die finanzielle Situation der Kommune immer noch schlecht.
Lindhorst leidet weiter unter den Folgen der enormen Gewerbesteuerrückzahlungen, zu der die Gemeinde gezwungen war. Die letzte Rate wurde im Februar überwiesen, jedoch wurden mittlerweile zwei weitere Fälle von Rückzahlungen bekannt, die die zurückgehenden Gewerbesteuereinnahmen voraussichtlich noch einmal um 30.000 Euro reduzieren werden.
Da die Einnahmen in diesem Bereich stark schwanken, so Schwedhelm, „sollten wir bei unseren Planungen nicht darauf bauen.”
Demgegenüber gestaltet sich die Entwicklung bei den Gemeindeanteilen aus der Einkommenssteuer erfreulich. Hier wurden im Mai gegenüber dem Vorjahr 50.000 Euro mehr vereinnahmt. Im Haushalt wurde der Ansatz um 70.000 Euro nach oben korrigiert.
Handlungsbedarf sieht der Kämmerer für den gemeindeeigenen Kindergarten.
Hier soll überlegt werden, Hortplätze einzurichten, um so der sinkenden Auslastung entgegenzuwirken. Für Schwedhelm ist klar: „Mit den bisherigen Angeboten wird unser Kindergarten auf Dauer nicht wettbewerbsfähig sein.”
Bei den anstehenden Investitionen steht die Sanierung von Straßen im Zentrum.
Eine Prioritätenliste wurde erarbeitet. Gegenwärtig wird der Erfurter Weg ausgebaut, demnächst findet in den Straßen der Ostsiedlung eine Splittaktion statt.
Auch im Feld- und Wegebau müssen Sanierungsmaßnahmen angegangen werden.
Für Schwedhelm ist klar, dass weitere Aufgaben zur Erledigung anstehen, die in den letzten Jahren aufgrund finanzieller Engpässe nicht angepackt werden konnten.
Die Gemeinde müsse mehr denn je sämtliche Ausgaben überprüfen. Freiwillige Aufgaben seien auf das Notwendigste zu beschränken oder auf Null zu setzen, gegebenenfalls sogar zu streichen. Sein Fazit: „Wir sind nicht auf Rosen gebettet.”