Busche hatte seinen Antrag auf Aufstockung im Anschluss an die Ausführungen von Kämmerer Jens Schwedhelm zum Etat mit der Zielsetzung einer verlässlichen Finanzpolitik begründet. Busche möchte mit Blick auf anstehende Investitionsentscheidungen wie der Einrichtung eines Jugendraumes und der Umstellung der Samtgemeindebücherei auf die elektronische Erfassung der Buchbestände genug Geld in der Kasse haben. Schwedhelm hatte vorher darauf aufmerksam gemacht, dass der Haushalt 2009 zwar ausgeglichen vorgelegt werden könne, sogar ohne eine Kreditaufnahme, der Verkauf der Interargem-Anteile plus die erhaltene Dividendenzahlung in Höhe von 260.000 Euro dazu aber erheblich beigetragen hätten. Schwedhelm betonte, dass es sich dabei um eine einmaligen Aktion gehandelt habe, die nicht wiederholbar sei. Schwedhelm rechnet mit Mindereinnahmen aus dem kommunalen Finanzausgleich in Höhe von 72.000 Euro. Eine Erhöhung des Hebesatzes für die Samtgemeinde hätte nach Aussage des Kämmerers der Samtgemeinde geholfen, den Minderbetrag aufzufangen und zu Mehreinnahmen in Höhe von rund 20.000 Euro geführt. Diese hätten nach seiner Meinung in die allgemeine Rücklage überführt werden sollen, denn diese ist nach den Worten Schwedhelms „fast bis auf den gesetzlichen Mindestbestand aufgebraucht.” SPD-Fraktionschef Heinz-Dieter Lauenstein stellte klar, dass seine Fraktion dem Haushalt zustimmen werden, allerdings ohne die beantragte Aufstockung des Hebesatzes der Samtgemeindeumlage. Er wies in seiner Begründung hin auf voraussichtlich 100.000 Euro mehr an Einnahmen auf der Grundlage der aktuellen Steuerkraftmesszahlen und dies bei unveränderter Höhe des Hebesatzes. Zudem führte er die finanziellen Schieflagen der Mitgliedsgemeinden an, die, so Lauenstein, „Probleme haben, ihre Haushalte auszugleichen.” Eher solle der Hebesatz noch einmal abgesenkt werden, statt ihn zu erhöhen. Sein Kompromissvorschlag: „Keine Änderung des Hebesatzes. Es bleibt bei 22 Prozent.”
Die CDU-Fraktion gab in der Diskussion dieser Thematik und der sich anschließenden Abstimmung kein einheitliches Bild ab. Darauf machte Fraktionssprecher Dietmar Hasemann aufmerksam. Es gebe in der Fraktion ablehnende und zustimmende Meinungen zur Erhöhung des Hebesatzes. Hasemann wies in seinen Ausführungen auf die für ihn sichtbare Gefahr hin, die mit der Aufnahme von Fremdmitteln für notwendige zukünftige Investitionen verbunden sei: „So schaffen wir uns eine Belastung für die Zukunft.”
Hans Bielefeld (WGS) beklagte fehlende Rücklagen im Haushalt, sein Gruppenmitglied Günter Kasulke (Die Grünen/Bündnis 90) sagte Ja zum Haushalt, aber Nein zur beantragten Hebesatzerhöhung.
Der verabschiedete Haushalt beinhalt somit den Hebesatz in einer Höhe von 22 Prozent. Der Etat umfasst insgesamt knapp 6,5 Mio. Euro, 5,6 Mio. entfallen davon auf den Verwaltungshaushalt. Der Gesamtbetrag der Verpflichtungsermächtigungen wurde auf 100.000 Euro festgesetzt. Diese Summe ist für die Ersatzbeschaffung eines älteren Feuerwehrfahrzeugs gedacht.
Größere Vorhaben nennt der Vermögenshaushalt insbesondere im Bereich der Feuerwehren und Schulen. Die Ersatzbeschaffung einer Tragkraftspritze schlägt mit 15.000 Euro zu Buche, für Funkgeräte sind 4.500 Euro eingeplant. Für die Erstausstattung des neuen Feuerwehrgerätehauses sind 45.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Wird die Sanierung des Schulhofs der Grundschule in Lindhorst in Angriff genommen, so beinhaltet der Haushalt 2009 dafür 100.000 Euro. 4.200 Euro wird der Kauf eines Klassensatzes Stühle und Tische kosten, die Einrichtung einer Arbeitsecke voraussichtlich 3.000 Euro.