Viele Frauen breiteten ihre Decken im Stadtgarten aus oder machten es sich auf den eigens aufgestellten Bänken gemütlich. Die Familie Tadge unterstützte mit Wasseranschlüssen und der Toilettennutzung in ihrem Stadtgarten-Café. Ansonsten lieferten die Frauen alles, was das Herz begehrte: vor allem sich selbst. Der Austausch und die Kommunikation untereinander standen im Mittelpunkt. Und wobei lässt es sich besser klönen, kennen lernen oder kommunizieren als in einer idyllischen Umgebung und bei einem guten Essen. Schafskäsecreme, gefüllte spitze Paprika, Bohnensalat, griechischer Nusskuchen, Bulgursalat oder Pfannenkuchen – das „Genusszelt”, wie apo-Mitarbeiterin Heike Klenke es nannte, bot den Frauen einen abwechslungsreichen kulinarischen Querschnitt durch die Länder.
Bevor es an das Schmausen ging, lud Klenke die Frauen zum obligatorischen Begrüßungstanz, einem Halay, ein. Hand in Hand tanzten sie um den Brunnen. Im Anschluss daran verzauberte Antonia Li ihre Zuschauer mit einem Zigeunertanz und einem vietnamesischen Tanz aus ihrer Heimat. Vertieft in Essen und Gespräche, schaffte es erst Petra Konegen, mit ihrer „booms-bottles-Percussion-Animation” die Frauen zum Mitmachen zu bewegen. Erst vorsichtig neugierig, dann immer begeisterter trommelten sie mit ihren Plastikflaschen – und zeigten bereits dreistimmige Qualitäten. Der meditative Tanz von Susann Weckwerth bildete auch in diesem Jahr wieder den Abschluss des „Picknick im Garten”. Im Kreis tanzten und drehten sich die Frauen auf der Wiese. Zufrieden ließen alle den Nachmittag gemütlich ausklingen. Zwar hätten sie gern noch mehr Frauen zum „Picknick im Garten” getroffen. Doch nach zwei Jahren Pause ist eine kleine Anlaufphase legitim. Im nächsten Jahr steht dann vielleicht schon wieder das „Guten Appetit” in vielen weiteren Sprachen am Genusszelt. Foto: mr