Die Burg, bei Berlebeck in der Nähe von Detmold, wurde vor mehr als 800 Jahren von lippischen Edelherren erbaut, denen sie jahrhundertelang auch als Stammsitz diente. Das beeindruckende Gemäuer zählt zu den größten Festungen Westfalens und gilt als Geburtsstätte des heutigen Lipperlandes. Die Falkenburg überstand zwei Belagerungen und wurde erst im 16. Jahrhundert aufgegeben, weil die Grafen zu Lippe ihren Wohnsitz nach einem verheerenden Feuer nach Detmold verlegt hatten. In den folgenden Jahrhunderten verfiel die Burg und geriet fast in Vergessenheit.
Erst 2005 regte Arne Heger Ausgrabungsarbeiten an und gründete den Falkenburg-Verein. Seitdem laufen die Ausgrabungen auf Hochtouren, und einige Mauern wurden bereits wiederhergestellt, so dass man heute schon einen guten Eindruck bekommen kann, wie die Burg einmal aussah. Während der Führung erläuterte Heger den Arbeitskreis-Mitgliedern auf spannende und humorvolle Weise diverse Details. Nach der Beendigung der Grabungs- und Wiederherstellungsarbeiten (für die immer noch Geld benötigt wird) in wenigen Jahren sollen auf der Burg mittelalterlich Märkte veranstaltet werden, aber auch regelmäßige Konzerte und Theateraufführungen sind geplant. -
Unverkennbar seien die Parallelen der Falkenburg zur Geschichte der Schaumburg, die als bedeutendster Dynastensitz des Wesertals noch auf eine gründliche bauhistorische und archäologische Untersuchung warte, stellte ein Sprecher des Arbeitskreises nach dem Besuch fest.
Beide Burgen seien in Lage und Größe vergleichbar, und auch die Wehranlagen wiesen viele Gemeinsamkeiten auf. Dennoch sei über den Stammsitz der Schaumburger Grafen (der auch für die holsteinische Geschichte von Interesse ist) nur wenig bekannt. Seit mehr als 50 Jahren gebe es keine neuen Erkenntnisse zur Vergangenheit des bedeutenden Bauwerks.
Angesichts des Vorbildes im benachbarten Lippe sind die Mitglieder des Arbeitskreises aber zuversichtlich, dass es auch im Schaumburger Land auf längere Sicht gelingen kann, die Burgenforschung voranzubringen und die spannenden Bau- und Bodendenkmale für Einheimische wie auch für Touristen wieder interessanter zu machen. Foto: km