Die Tragweite der Umweltverschmutzung zeichnete sich nach dem 23. Januar ab. An diesem Abend war die örtliche Feuerwehr alarmiert worden, weil ein Passant Ölgeruch und -schlieren in einem Graben etwa 200 Meter abseits vom betroffenen Areal entdeckt hatte. In einer mehrstündigen Aktion legten die Helfer zunächst eine Ölsperre an und versuchten die Ursache zu ergründen. Die Suche wurde in der Nacht abgebrochen. Erst in den folgenden Tagen erkannten die eingeschalteten Behörden das ganze Ausmaß. War ursprünglich nur von 20 Litern versickerter Schadstoffe die Rede, räumte der Verursacher später ein; es seien 50 Liter Diesel aus dem Tank seines Treckers ausgelaufen. Als er diesen wieder zum Laufen bringen und dafür Heizöl verwenden wollte, sei dessen Kanister mit weiteren 50 Litern Inhalt umgekippt.
Der stellvertretende Gemeindedirektor Jörg Döpke informierte den Messenkämper Rat in dessen jüngster Sitzung zum ersten Mal offiziell über den Vorfall. „Der angerichtete Schaden wäre weitaus geringer gewesen, wenn das Ereignis gleich gemeldet worden wäre”, erklärte er den Kommunalpolitikern. So aber hätte auf einem großen Teil des Grundstücks und auf etwa 25 Metern des direkt angrenzenden Wirtschaftsweges der kontaminierte Boden ausgekoffert und abtransportiert werden müssen. Inzwischen seien die Schadstoffe sogar im Sandbett einer wichtigen Hauptwasserleitung registriert worden. Da die Rohre als „nicht ölbeständig” gelten, erfolgte deren Austausch auf einer Länge von bis zu 40 Metern. Ob noch weitere Arbeiten erforderlich sind, würden der Baufortschritt und weitere Kontrollen zeigen. Die Gemeinde Messenkamp ist selbst unmittelbar Betroffene in dem Verfahren, da ihr das Areal gehört, auf dem sich der Vorfall ereignete. Bislang war die Fläche dem direkt benachbarten Schadensverursacher kostenlos zur Nutzung freigegeben worden. Ob dies auch weiterhin der Fall sein werde, entscheide zu gegebener Zeit der Rat, erklärte Döpke dem SW.
Wichtig sei vorerst, die Folgen des Umweltschadens zu beseitigen. Die bislang entstandenen Kosten trage der Verursacher beziehungsweise dessen Versicherung. Die Samtgemeinde Rodenberg werde aber, wie Döpke weiter ausführte, den Aufwand durch Feuerwehr und Personal ebenfalls in Rechnung stellen. Hinsichtlich der Folgen für die lokale Wasserversorgung sei inzwischen das Gesundheitsamt des Landkreises informiert worden.
Unverändert regelmäßig vor Ort ist Schaumburgs Untere Wasserbehörde. Nach Angaben von Baudezernent Fritz Klebe habe man die schädlichen Auswirkungen des damaligen Ereignisses auf Boden und Entwässerung „jetzt wohl im Griff”. Allerdings würden „noch für Wochen weitere Kontrollen” erfolgen. Auch der Ölabscheider bleibe in Betrieb, da noch immer kontaminiertes Oberflächenwasser austrete.
Weitere Vorgänge zum Schadensfall laufen derzeit auch bei Polizei und Staatsanwaltschaft. Der Verursacher werde angehört, hieß es zum Wochenende aus dem Bad Nenndorfer Polizeikommissariat. Die Staatsanwaltschaft Bückeburg wollte sich auf Anfrage vorerst noch nicht äußern. Der Vorgang sei zwar bekannt, sagte deren Pressesprecher; doch werde es erst nach Akteneinsicht eine Stellungnahme geben.