Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Schaumburg (AWS) erhält erneut Post aus der Gemeinde Messenkamp. Nachdem kürzlich bereits Einwohner von Altenhagen II mit einer Unterschriftenliste gegen den Abzug des Altglascontainers protestiert hatten, schrieb jetzt der ganze Gemeinderat einen Brief an das Kreisunternehmen. „Wir wollen eine Gleichstellung mit anderen kleinen Orten und nicht noch mehr Abstriche hinnehmen”, heißt es in dem Schreiben, das – wie schon der Einwohnerprotest – auf die Eigenwerbung der AWS und ihren Slogan „Entsorgung leicht gemacht” hinweist. Bürgermeister Frank Witte (SPD) hob auch in der Ratssitzung die Benachteiligung Altenhagens im Vergleich zu anderen Ortschaften hervor. Dort stünden die Container weiterhin. Außerdem „wollen wir doch vermeiden, dass noch mehr Leergut in der Landschaft entsorgt wird”. Für seine Begründung wie auch für den von ihm verlesenen Resolutionsentwurf erntete er spontanen Beifall bei Rat und Zuhörern. Einzig Gerd Lohmann (SPD) bezog Stellung zugunsten der AWS: Wenn diese Aufwand und Nutzen nicht im Verhältnis und Kapazitäten nicht genutzt sehe, könne es doch umweltfreundlicher sein, den Standort aufzugeben und die Bevölkerung veranlassen, den Container im Ortsteil Messenkamp zu befüllen. Die vermeintliche Umweltfreundlichkeit „schmilzt mit jeder Fahrt des Verbrauchers im Auto zum nächsten Standort”, erwiderte Ratsherr Wolfgang Schiefer. Gemeindedirektor Uwe Heilmann zeigte Verständnis für die Altenhäger Forderung. „Jahrelang” hätten Kommunen siedlungsnahe Plätze herrichten sollen. „Warum müssen sich Bürger jetzt ins Auto setzen, um ihr Altglas loszuwerden”, fragte er. In Lauenau sei inzwischen auch Ärger entstanden, weil ein Standort aufgegeben worden sei und Betroffene nun weit fahren müssten. Er verlangte von der AWS, die Abfuhrintervalle zu verändern, falls Container nicht im üblichen Turnus befüllt seien. Im Übrigen wehre er sich, „dass die Infrastrukturleistungen in kleinen Dörfern ausbluten”: „Wir kümmern uns in den Kommunen um den Erhalt von Sporthallen und Dorfgemeinschaftshäusern, und so ein Container wird einfach abgezogen.” Der Rat hofft nun auf eine Reaktion durch die AWS. Falls diese bei der Ablehnung bleibt, werde eine Einladung hinterhergeschickt: „Dann”, schlug der stellvertretende Gemeindedirektor Jörg Döpke vor, „soll ein AWS-Verantwortlicher in die nächste Sitzung kommen”.