Barbara Poll hatte sich zur Wortführerin der protestierenden Bevölkerung gemacht und um Unterschriften gebeten: 123 Bewohner von 98 Häusern auf den insgesamt 118 bebauten Grundstücken wollten den Abzug der Altglassammelstelle nicht hinnehmen. Ihre Argumente waren unter anderem der AWS-eigene Slogan „Entsorgung leicht gemacht” und die Ungleichbehandlung ihres Dorfes im Vergleich zu noch kleineren Ortschaften, in denen es weitere Sammelplätze gibt. In einem zweiseitigen Schreiben bleibt AWS-Geschäftsführer Peter Kühn keine Antwort schuldig. Für Altenhagen sei der nächste Container an der Dorfstraße in Messenkamp „außergewöhnlich gut erreichbar”. Darüber hinaus rechnet er vor, dass erst bei „1000 bis 1100 Einwohnern” ein Standplatz vorzuhalten sei. Auch deshalb sei eine Berücksichtigung von Altenhagen „äußerst unwirtschaftlich und wirkt sich negativ auf die Gesamtstruktur des Systems aus”. Der Geschäftsführer gibt den Altenhäger Argumenten zumindest in Sachen Klimaschutz Recht: Aber diese Auswirkungen seien über die Container nicht wirksam veränderbar: „Es werden weiter Glasverpackungen durch die effizienteren Kunststoffverpackungen ersetzt werden.
„Soweit Orte mit einer ähnlichen Einwohnerzahl noch über Glascontainerstandplätze verfügen, ist dort die Glaserfassungsmenge deutlich höher”, schreibt die AWS weiter. Dass dies in Altenhagen nicht der Fall sei, liege an der Randlage und dem fehlenden Durchgangsverkehr. Den Hinweis auf eine gelegentliche Überfüllung am Standort in Messenkamp begegnet Kühn mit dem Angebot, dass der Abfuhrrhythmus „ohne Weiteres” erhöht werden könne.
Weiter erläutert der Geschäftsführer, dass die Altglasentsorgung rein privatwirtschaftlich und nicht über das Gebührenaufkommen finanziert werde. Erschwerend komme hinzu, dass Glasverpackungen immer weniger genutzt würden. In Spitzenjahren seien 40 Kilogramm pro Einwohner in 200 Containern gesammelt worden; heute seien es nur noch 30 Kilogramm an 180 Standplätzen. Deshalb erfolge eine Reduzierung „schon seit längerer Zeit nach sinnvollen Kriterien”.