Besonders hervorgehoben wurde darin die aufopferungsvolle Kleinarbeit der Mitglieder. Unter anderem unterstützten sie die Kommunalarchäologie als freiwillige Grabungshelfer in Bereich des ehemaligen Klosters Wölpke und bei der Grabung einer eisenzeitlichen Siedlung auf dem Gelände des geplanten Klinikums Vehlen.
Die archäologischen Untersuchungen im Bereich des Industriegebiets Süd habe eine ganze Reihe kleiner, unscheinbarer, aber durchaus interessanter Funde zu Tage gebracht: Auch dort habe, wie bereits zuvor in der Nachbarschaft, eine auffallende eisenzeitliche Fundballung in Form markanter grobgemagerter Keramikreste festgestellt werden können. Vermutlich hätten sich auch dort Urnengräber der Cheruskerzeit befunden, die später durch tiefes Pflügen weitestgehend zerstört worden seien.
Gefunden wurde dabei auch ein Fragment einer salierzeitlichen Münze. Der hauchdünne Silberpfennig aus dem 12. Jahrhundert, wurde einst in der Mitte halbiert, offenbar weil er für einen Zahlungsvorgang noch zu hochwertig war.
Mit großer Spannung blicken die Mitglieder des Arbeitskreises auf die Ergebnisse der laufenden metallurgischen Untersuchung eines Kupferbeils, das im vergangenen Jahr bei Steinbergen entdeckt wurde. Das Institut für anorganische Chemie an der Universität Hannover führt die entsprechenden Untersuchungen. Schon jetzt sei klar, dass der spektakuläre Fund zu den ältesten seiner Art in Niedersachsen gehört - möglicherweise sogar rund 5800 Jahre alt. Über Fundumstände und Untersuchungsergebnisse soll im kommenden Jahr ausführlich berichtet werden.
Die Fundauswertung aus dem Brunnen des Alten Museums am Kirchplatz dauert unterdessen noch an. Dort wurden zum Teil ganze Tischgefäße aus dem 17. Jahrhundert geborgen.
Gut zu Fuß sein mussten die Mitglieder bei den Begehungen auf den Spuren der Möllenbecker Landwehr und eines vom Arbeitskreis neu entdeckten Hügelgrabes.
Viel Arbeit machten die Kartenabgleiche, bei denen zum Beispiel der genaue Standort der Rintelner Hinrichtungsstätte im Galgenfeld ermittelt werden konnte - leider direkt unter dem Nordpfeiler der Umgehungsstraßenbrücke. Auch der genaue Standort des Rottorper Turmes, des Stumpfen Turmes, wurde durch akribische Kartenarbeit eindeutig ermittelt.
Für das Museum konnten unter anderem uralte Grenzsteine für Gewanne und Fluren gesichert werden, und ein Mühlensteinfragment aus dem Schlamm der Hohenroder Kiesbaggerei schmückt jetzt den Vorgarten der Eulenburg. Mitarbeiter des Arbeitskreises nahmen zudem an einer mehrtägigen Fortbildung im Landesamt für Bodendenkmalpflege in Hannover teil.
Der Arbeitskreis lebt und wirkt ganz im Sinne der Erforschung der Schaumburger Geschichte. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen. Alle Interessenten können sich gerne unter der Telefonnummer 05751/41197 melden.
Foto: km