Zu späterer Stunde hingegen sorgte die Hitzewelle für laue Sommerpartynächte. Zwischen den beiden Bühnen, die die Feiermeile zwischen Haus Kassel und dem Schuhhaus Tebbe rahmten, herrschte zuweilen großer Andrang – vor allem als zur Eröffnung am Freitagabend die heimische Band „Simply Dry” auf der einen Bühne und das Duo Schuhmann & Nolte sowie anschließend die Lokalmatadore der Bad Nenndorf Boys auf der anderen Bühne mitreißend loslegten. Hartgesottene ließen sich aber auch die beiden Tage darauf von dem Schweißperlenwetter nicht abhalten. So schwitzten etwa die Mädels der Hip-Hop-Gruppe des VfL bei mehr als 30 Grad im Schatten, um den zahlreichen Zuschauern ihr Können zu präsentieren. Nicht nur deswegen zeigte sich Trainer Mustafa Nadjibi besonders stolz: „Das war erst der zweite öffentliche Auftritt, uns gibt es seit nicht mal einem Jahr.” Höchstleistung brachten auch die Modenschauläuferinnen, „The Batz” und die Medifit-Damen beim Tae Bo. Anfänglich erst verhalten, später aber gut angenommen wurde die Codier-Aktion des Weißen Rings und der Polizei, um Fahrräder vor Langfingern zu schützen. „Ich quatsche aber auch viele Leute an”, lachte die hiesige Außenstellenleiterin Anke Heldt, während sie dem circa 20. Drahtesel den entsprechenden Code aufklebte, der verknüpft mit der Rahmennummer in einem Polizeiregister abgespeichert wird. Der Hitze trotzten auch acht Kinder, die am Sonntag ihre Flohmarktstände aufbauten und aussortiertes Spielzeug feilboten – angemeldet waren mal 20. Sich schminken lassen, am Glücksrad drehen, Bobbycar fahren und den Dschungel hüpfend erobern, das ging auch bei tropischem Wetter. Erfrischung gab es nicht nur in Form diverser Kaltgetränke, sondern auch mit einer kostenlosen Moorpackung. Die im Gesicht aufgetragene schwarze Schicht wirke straffend, antibakteriell und eben auch angenehm kühlend, erklärte das „Moorbadehaus”-Team um Silvia Bielke. Kurz um: Die Moor-Beats schreien laut Schmidt auch im kommenden Jahr nach einer Wiederholung. Denn Sahara-Hitze sei immer noch besser als zehn Grad und Regen. Foto: jl