Die Sieger des Wettbewerbs „Torfreduziert in Niedersachsen – innovativ und nachhaltig für den Garten von morgen“ hat Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte in einem feierlichen Ambiente auf der Landesgartenschau (LaGa) in Bad Nenndorf ausgezeichnet.
Gesucht wurden in einem gemeinsamen Aufruf des Ministeriums und des Torfersatzforums Niedersachsen (TEF) herausragende Beiträge von Unternehmen, die den Einsatz von Torf reduzieren und Torfersatzprodukte erfolgreich vermarkten.
Eine fachkundige Jury hat die von acht Unternehmen eingereichten Beiträge geprüft, drei Gewinner ausgewählt und der Ministerin zur Prämierung vorgeschlagen. Vorsitzender der Jury war Prof. Bernhard Beßler, Leiter Geschäftsbereich Gartenbau bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK).
Den 1. Platz belegte der Betrieb „Blumen Klefer“ aus Augustfehn im Landkreis Ammerland (Preisgeld: 5000 Euro), gefolgt von „Garten Grewe“ aus Rotenburg/Wümme (2500 Euro) und „Gartenbau Acquistapace“ aus Westerstede, Landkreis Ammerland (750 Euro).
Bewertet wurden unter anderem Innovationsgrad und Originalität der Beiträge ebenso wie die Reichweite der Kundenansprache, die Wirksamkeit zur Absatzsteigerung torfreduzierter Produkte sowie Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit.
Ministerin Staudte: „Mit den drei Siegern haben wir echte niedersächsischen Vorbildbetriebe mit Leuchtturmprojekten. Alle Betriebe zeigen, wie sich Torfreduktion und -substitution – trotz individueller Herausforderungen – wirtschaftlich, kreativ, ressourceneffizient und nachhaltig umsetzen lässt.“ Vom Wettbewerb insgesamt erhofft sie sich Impulse für die Branche und die Wissenschaft – und damit auch für den gesamten Gartenbau.
Der Wettbewerbssieger „Blumen Klefer“ hat 2015 mit der schrittweisen Reduzierung des Torfanteils in den Substraten begonnen und 2025 den gesamten Betrieb über mehrere Sparten hinweg auf „Torffreiheit“ umgestellt. Zusätzlich wird ein eigenes Produkt torffreier Erde vermarktet. Das Unternehmen legt großen Wert auf die Information der Kundinnen und Kunden über die direkte Beratung.
Der zweitplatzierte ist das Gartencenter von Jutta Grewe in Rotenburg. Das Unternehmen hat seit 2023 das Erd- und Substratsortiment konsequent auf torffreie Erde umgestellt. Mitarbeitende wurden zu „Botschaftern torffreier Erden“ geschult. Das Grewe-Team setzt die Relevanz von Klimaschutz im Betriebsalltag glaubwürdig um und vertritt dies nach außen. In Kooperation mit einem Erdenlieferanten entwickelte das Unternehmen eine torffreie Zimmerpflanzenerde.
Den dritten Platz erzielte der Westersteder Zierpflanzenbetrieb von Udo Acquistapace. Er hat sich mit einem Auszubildenden-Projekt beworben, das sich dem Torfreduktionsziel verschrieben hat. Ziel war es, torfreduzierte Substrate kennenzulernen, Gießintervalle besser zu planen, Düngung anzupassen, das Wurzelbild zu lesen und selbstbewusste Nachwuchskräfte für Nachhaltigkeit in die Branche zu tragen.
Im Rahmen der Preisverleihung führte Dr. Gerlinde Michaelis, Leiterin der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Bad Zwischenahn (LWK), ein Fachgespräch mit der Ministerin Staudte. In ihm mit appellierte sie an die prämierten Betriebe, ihre Ideen weiter konsequent nach außen zu tragen und lud insbesondere die Leuchtturmbetriebe und solche, die es werden wollen, zur Mitarbeit im Niedersächsischen Torfersatzforum ein.
Begeistert äußerte sich die Ministerin über das bereits in Umsetzung befindliche Engagement in der Stadt Bad Nenndorf, über das sich durch den stellvertretenden Bürgermeister Dietmar Buchholz informiert wurde.
Demnach hat die Fraktion B90/Die Grünen im Stadtrat den vollständigen Verzicht von Torf und torfhaltigen Erden auf der Landesgartenschau und in kommunalen Beeten, im Kurpark und Friedhöfen beantragt. Kommunale Beschäftigte sollen auf den Einsatz von Torf und torfhaltigen Erden verzichten, sobald aktuelle Lagerbestände verbraucht sind.
Die Verwaltung wird gebeten, bei der Vergabe kommunaler Aufträge den vollständigen Verzicht auf torf- und torfhaltige Erden zur Bedingung zu machen. Buchholz: „Dieser Antrag wurde über den Rat an den Umweltausschuss verwiesen und von diesem im letzten Monat einstimmig angenommen. Der Verwaltungsausschuss muss dies in der kommenden Woche noch formal absegnen.“
Torfreduziertes, besser noch torffreies Gärtnern ist aktiver Klimaschutz. Denn für den Torfabbau werden Moore entwässert, die zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern der Erde zählen. Die Umstellung auf torfreduzierte oder torffreie Substrate leistet daher einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Moorbodenschutz.