Wie gelingt Transformation in Zeiten großer ökologischer und wirtschaftlicher Herausforderungen? Mit dieser Frage hatte die Energieagentur Schaumburg und ihr Förderverein zum Start in das Klima- und Umweltwochenende auf der LaGa in die Wandelhalle Bad Nenndorf eingeladen. Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von Stephan Grabmeier, einem der führenden Experten für nachhaltige Transformation. In diesem Zusammenhang beleuchtete der Hochschuldozent und Verfasser mehrerer einschlägiger Veröffentlichungen, die Wege und Möglichkeiten für Unternehmen, sich zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit fundamental neu auszurichten.
AHE als regionales Unternehmen
Ergänzend zu seinem Impulsvortrag, konnte mit Nicole Baake die Nachhaltigkeits-Managerin der Rintelner AHE-Werke für ein gelungenes regionales Beispiel gewonnen werden. Circa 30 Teilnehmer waren der Einladung der Geschäftsführerin der Energieagentur Schaumburg, Verena Michalek, gefolgt und Stephan Grabmeier gab anhand praxisnaher Beispiele Einblicke in die Möglichkeiten, wie „Transformability“ Unternehmen zukunftsfähig und damit erfolgreich machen kann. Er forderte die Zuhörer auf, sich ein Zukunftsbild für das Jahr 2040 (Abschied von fossilen Brennstoffen in Deutschland) zu machen, sich die Frage zu stellen, welches Wissen benötigt würde, um dieses Bild zu realisieren und auf welchen Wegen man von A nach B gelangen könne (Transformation).
Was bedeutet Transformation?
Anhand nachvollziehbarer Beispiele zeigte Grabmeier gelungene Transformationen in der Vergangenheit. Eindrucksvoll für die Zuhörer war ein Bild von Pferdehintern, anhand derer der Referent die Entstehung der heute üblichen Normalspur (Breite der Eisenbahnschienen von 1435 Millimetern) in den 1820er Jahren als exakte Grundlage der zuvor verwendeten Breite von Pferdefuhrwerken beschrieb. In einem weiteren Beispiel schilderte er die Entstehung der Compact Disk. Die Spiellänge einer CD beträgt etwas über 70 Minuten. Die Firma Sony legte die Spieldauer aufgrund der für die längste Version der neunten Symphonie Beethovens erforderlichen 74 Minuten fest und brachte damit einen der erfolgreichsten Tonträger auf den Markt. „Transformation sollte keine Last sein. Sie ist die größte Chance unserer Region!“ Mit diesen Worten hatte Verena Michalek die Zuhörer der Veranstaltung auf das Thema eingestimmt. Wie ein bekanntes regionales Unternehmen, die AHE Betonwaren, ihr eigenes Transformationskonzept umsetzt, stellte Nicole Baake vor.
C-Ton-Betonstein - mit Kohleanteil
Mit der firmeneigenen Entwicklung eines besonderen Betonsteines, des C-Ton-Betonsteins, ist es dem Unternehmen gelungen, erstmalig einen Pflasterstein anfertigen zu können, bei dem 100 Prozent des bei der Herstellung entstehenden CO2 auszugleichen, einschließlich der bei der Zementproduktion entstehenden Treibhausgase. Neben der Verwendung von Öko-Strom wurde durch Optimierung der Herstellungsprozesse der Ausschuss unbrauchbarer Steine auf circa ein Prozent reduziert. Im Anschluss an die Vorträge entwickelten sich lebhafte Diskussionen mit den Referenten.
„Jede sinnvolle Aussage über die Zukunft sollte erstmal lächerlich klingen!”
„Grüne Champions sind ein schönes Beispiel für unsere Region!”