Gerade hat Hannover 96 eine Niederlage gegen den bisherigen Tabellenletzten Greuther Fürth kassiert, nun folgt am Sonntag das Duell gegen Spitzenreiter Schalke 04. Mehr Genauigkeit im Pass-Spiel, weniger Fehler im Defensivverhalten und mehr Konsequenz im Abschluss werden nötig sein, um den Gelsenkirchenern gefährlich werden zu können.
Die 1:2-Niederlage gegen das Schlusslicht aus Fürth bedeutete einen herben Dämpfer im Aufstiegsrennen für Hannover 96. Gerade weil das Spitzenfeld so eng beieinander liegt, wäre auch ein Punkt wertvoll gewesen. Weil die anderen Clubs vorn fleißig Zähler sammelten, hat Hannover Boden verloren im Kampf um den Aufstieg.
In den ersten Minuten der Begegnung spielten sich die „Roten“ gegen aggressive Fürther zwar einige Male geschickt in den Strafraum, leisteten sich im Aufbau aber auch einen dicken Fehler, der fast zum Gegentor hätte führen können. Eine Szene mit einer gewissen Symbolkraft für den Auftritt der Mannschaft von 96-Trainer Christian Titz an diesem Tag.
Denn die „Roten“ leisteten sich ungewöhnlich viele Ungenauigkeiten schon in Abwehr und Mittelfeld. Dies erlaubte es Fürth, den Spielfluss zu unterbrechen und Gegenstöße einzuleiten. Zudem gelang es 96 selten, die Gäste durch Pressing in der Defensive festzunageln. Nach der Auftaktphase gestalteten die abstiegsbedrohten Fürther die Begegnung ausgeglichen, hatten sogar ein Chancenplus.
Wie schon im Hinspiel wurde Noel Futkeu wieder zum 96-Schreck. Ime Okon klärte gegen den Stürmer in der 33. Minute nicht konsequent, was Futkeu zu einem artistischen Abschluss nutzte und die 1:0-Führung besorgte. „Wir waren in der ersten Halbzeit heute nicht gut, waren enorm fehlerhaft im Spielaufbau“, urteilte denn auch Trainer Titz.
Der Coach wechselte zur Pause, nach Wiederanpfiff baute 96 Druck auf. Maurice Neubauer schaffte den Ausgleich. Allerdings schlug ausgerechnet der Ex-96er Jannik Dehm rasch zurück, als er die Kugel ins Toreck zirkelte. Hannover gab nun den Ton an, verpasste es jedoch, seine Chancen zu nutzen. Höhepunkt war der vergebene Elfmeter von Kapitän Enzo Leopold. Schiedsrichter Tom Bauer erkannte zudem nicht auf Strafstoß, als Husseyn Chakroun im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Er wertete stattdessen einen ersten Kontakt außerhalb des Sechzehners als strafwürdig. Am Ende ging Hannover trotz eines leichten Plus an Torchancen leer aus.
Gegen Schalke (Sonntag, 13.30 Uhr) muss sich die Mannschaft steigern, ansonsten wird der nächste Rückschlag folgen. Der Spitzenreiter besiegte zuletzt Bielefeld knapp mit 1:0. Das Siegtor besorgte bezeichnenderweise Winterneuzugang Edin Dzeko, der sich in Schalke zur erwarteten Hilfe als Torjäger vom Dienst entwickelte. Ihn wird 96 kaum ganz ausschalten können, es gilt die Zulieferung von Bällen zu unterbinden. Bielefeld zeigte allerdings auf, dass Schalke verletzlich ist. Kann 96 sein gepflegtes Offensivspiel wieder aufziehen, hat es die Chance auf Zählbares. Nach seiner Gelb-Sperre zurückkehren wird Noel Aseko Nkili, der mit seinen Impulsen wichtig für die Kombinationen durch das Mittelfeld werden könnte.
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