Mit insgesamt sechs Themenbereichen hatte sich die Studentengruppe von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim beschäftigt. Präsentiert wurden die Ergebnisse von den Studenten David Lieberknecht und Daniel Bunzel. Mit der Feststellung „Studenten dürfen noch ein bisschen spinnen” hatte ihr Professor vor Beginn der Präsentation wohl darauf hinweisen wollen, dass einige der vorstellten Ideen doch sehr experimentell erscheinen und wenig Chance auf eine tatsächliche Umsetzung haben.
Die Umgestaltung der Kurpromenade, die Einbeziehung von Wasser – eventuell in Form von Wasserläufen quer durch den Innenstadtbereich bis hinunter zur Bahnhofstraße/Ecke Rodenberger Allee - und neue Pflasterungen waren Eckpunkte der Umgestaltungsvorschläge. Die Studenten sparten nicht mit Kritik, was die derzeitige Struktur der Innenstadt anbelangt. Die Kurpromenade würde „im Nichts enden”, der erste Eindruck bei der Einfahrt in die Stadt sei schlimm, die Straße Am Thermalbad könnte attraktiver gestaltet werden und überhaupt fehle eine eindeutige Aussage darüber, wo der Kurpark tatsächlich anfange und wo er aufhöre. Auf dem Gelände des ehemaligen Freibades an der Bahnhofstraße könnten sich die Studenten einen Brunnenpark vorstellen, mit einem fließenden Übergang hin zum Kurpark. Auch eine Freilichtbühne oder ein Open-Air-Kino wäre nach deren Vorstellungen möglich. Und das Kurhaus würden die Studenten am liebsten gleich ganz abreißen, um so Platz für ein neues Rathaus und einen ansprechenden Rathaus-Vorplatz zu schaffen. Nach dem Vortrag unterbrach der Ausschussvorsitzende Herbert Kruppa die Sitzung, um den Zuhörern die Möglichkeit zu einer kurzen Stellungnahme zu geben. Werner Paul meldete sich als erster zu Wort. Er brachte seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck, dass bislang von vielen Konzepten zum Thema „Innenstadtgestaltung” doch nur sehr wenig umgesetzt worden wäre. Es fehle ein schlüssiges Konzept, so seine Kritik. Die Planungen hätten bislang nur Geld gekostet. Bauamtsleiter Kampen verteidigte die Vorschläge der Studenten mit der Bemerkung, solch eine Präsentation sei dazu geeignet, einmal „den Geist in die Weite zu schicken”. Tankstellenbetreiber Seifert lobte die Ausführungen. Die Studenten hätten nach seinem Empfinden „die Schwachstellen in der Innenstadt” zutreffend erkannt. Der SPD-Ratsherr Ralph Tegtmeier fand es wichtig, dass der Rat und hier vor allem der Bauausschuss die Möglichkeit habe, Externe auf die Stadt blicken zu lassen. Dabei müsse auch nicht davor zurückgeschreckt werden, „den Finger in die Wunden zu legen”. Es könne keinen Masterplan geben, der alle Probleme regelt. Wichtig sei, aus solchen Präsentationen Ideen mitzunehmen und damit in die Gremien zu gehen, um Meinungsbildung zu betreiben. Der WGN- Beisitzer Dr. Bernd Zimmermann regte an, alle an einer Entscheidung beteiligten Gruppen und interessierte Bürger sollten sich zu einer Art „Workshop” zusammenfinden.