SPD-Fraktionssprecher Sigmar Sandmann sprach dem zweiten Nachtragshaushalt eine „gewisse Dynamik” zu. Die Investitionen in Bildung und Infrastruktur seien wichtig. Es werde „vernünftig gewirtschaftet”. Die Kreditaufnahme falle geringer aus als erwartet. Das hohe Defizit beim Friedhofswesen gibt dem SPD-Politiker zu denken. Weil sich das Verhalten der Bürger in der Wahl von Grabstätten ändere, müsse sich auch die Politik etwas einfallen lassen.
Dieses Stichwort griff Gruppensprecher Bövers auf. Auch CDU, FDP und Freie Wähler Hohnhorst würden sich über neue Bestattungsgebühren ihre Gedanken machen. 55 000 Euro weniger als veranschlagt sei bedenkenswert. Der Sprecher kritisierte außerdem, dass für den Brandschutz an der Berlin-Schule und das Bürgerbüro 100 000 Euro mehr ausgegeben wurden als zuvor berechnet. Auch die Tatsache, dass Flure und Treppenhäuser in der Grundschule Haste nicht wie beabsichtigt renoviert worden seien und die geplante Kamerafahrt durch das Kanalnetz nicht erfolgt sei, brachte Bövers als Grund für die ablehnende Haltung gegen den Nachtrag ins Spiel.
Sehr verärgert zeigte sich der Sprecher über nicht erledigte Aufgaben. Er zählte dabei die Außenanlage auf dem Friedhof Kreuzriehe, den Regenwasserkanal in der Riepener Straße, Wohnungsfenster im Haster Feuerwehrhaus und im Kindergarten Erlengrundstraße auf. „Die Verwaltung muss solche Haushaltsstellen zeitnah abarbeiten”, forderte Bövers eindringlich. In Bezug auf Ergebnisse von Ortsterminen auf den Friedhöfen sprach dieser sogar von „Konzeptlosigkeit” seitens der Verwaltung.
Diesen Vorwurf wollte Samtgemeindebürgermeister Reese so nicht im Raum stehen lassen. Auch er hätte gerne mehr Dinge abgearbeitet. „In den Jahren, in denen Sie an der Reihe waren, ist auch schon etwas liegen geblieben”, konterte er. Viele der fraktionsübergreifend vereinbarten Arbeiten seien aber erledigt worden.
Es werde versucht, so vieles wie möglich von Bauhof-Mitarbeitern regeln zu lassen. Arbeiten wie die in Kreuzriehe müssten aber vergeben werden und das koste eben Zeit.
Mit 17 Ja-Stimmen, 13 Nein- Stimmen und einer Enthaltung passierte der Nachtragshaushalt den Samtgemeinderat.