In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Rat der Samtgemeinde Nenndorf mit breiter Mehrheit fraktionsübergreifend dafür ausgesprochen, die Kläranlage Bad Nenndorf in einen kommunalen Eigenbetrieb umzuwandeln. Herausragender Grund dafür ist die Tatsache, dass der Abwasserbereich künftig in einem separaten Haushaltsplan abgerechnet werden kann. Spätestens wenn in drei Jahren in der Samtgemeinde das neue kommunale Rechnungswesen (Dopik) eingeführt wird, soll die Umwandlung in einen Eigenbetrieb vollzogen sein. Bei zwei Enthaltungen sprach sich das Gremium dafür aus. Werner Bövers (CDU) sprach für die Gruppe CDU/FDP/FWH die Empfehlung aus, den derzeitigen Regiebetrieb aufzugeben und durch einen Eigenbetrieb zu ersetzen. Die Einführung des Dopik-Verfahrens hielt er für den geeigneten Zeitpunkt, das „Dauerthema Eigenbetrieb” endlich abzuarbeiten. Uwe Engelking von der Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) hatte zuvor vorgeschlagen, die Abkoppelung auf später zu verlegen. Wenn die „Dopik” richtig laufen würde, sei der richtige Zeitpunkt für die Gründung eines Eigenbetriebes. Erst solle die Verwaltung nähere Aufschlüsse über Vermögenswerte und andere betriebswirtschaftliche Aspekte zusammenstellen. SPD-Fraktionssprecher Sigmar Sandmann verspricht sich von einem Eigenbetrieb mehr Transparenz durch den separaten Gebührenhaushalt. Hohe Kredite für den Abwasserbetrieb würden nicht mehr im Etat der Samtgemeinde auftauchen. Ob die Abwasserentsorgung der Samtgemeinde Nenndorf zu einem späteren Zeitpunkt an den Wasserverband Nordschaumburg übertragen werden solle, wollte die Mehrheit der Ratsvertreter in der Sitzung nicht klären. Diese sprach sich aber dafür aus, zunächst die Gründung eines Abwasser-Eigenbetriebes in Gang zu setzen und dann zu schauen, ob sich mögliche Synergien entwickeln.