BAD NENNDORF (Ka). Das Bündnis gegen Rechtsextremismus „Bad Nenndorf ist bunt” lud die Öffentlichkeit zu einer Kundgebung in die Poststraße ein und setzte mit den Rednern Steffen Holz vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese, MdB Sebastian Edathy (Vorsitzender des Innenausschusses im Deutschen Bundestag), Pastorin Elke Pankratz-Lehnhoff von der ev.-luth. St. Godehardi-Kirchengemeinde, dem Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Niedersachsen, Alptekin Kirci wie auch mit Reinhard Schwitzer (1. Bevollmächtigter IG Metall Hannover), Heidemarie Hanauske (Geschäftsführerin AWO Schaumburg) und dem freien Journalisten Guido Scholl wegweisende Maßstäbe, bezüglich der geplanten Neonazi-Demonstrationen am nächsten Tag. Der Tenor war eindeutig und die Sprache unmissverständlich, dass die Kurstadt wie auch ganz Schaumburg keinen Nährboden für Nazi-Aufmärsche bietet. Reese unterstrich, dass Bad Nenndorf auf eine gesunde Tradition mit Heilmitteln blickt. Wir sind eine Heilstätte und keine Heils-Stätte, formulierte der Samtgemeindebürgermeister und auch Edathy unterstrich, dass dem zunehmend jungen Gesicht der rechtsextremistischen Szene entgegengetreten werden muss, um den Erhalt der Demokratie zu sichern und auszubauen. Die Redner sprachen vor rund 250 Bürgern und forderten gleichermaßen ein Parteiverbot der NPD. Wichtige und für viele Zuhörer neue Informationen erteilte Scholl. Er ging auf die Ausarbeitungen des historischen Arbeitskreises ein und lüftete das Stillschweigen eines halben Jahrhunderts. Das Wincklerbad stand in den Nachkriegsjahren als britisches Militärgefängnis, wo unter anderem auch Schaumburger Bürger Opfer von Folterungen wurden. Es ist an der Zeit öffentliche Aufklärung zu betreiben, damit Spekulationen und Unwissenheit weichen. Folter ist nie ein Mittel des Umgangs miteinander, mahnte der Journalist und sieht einer Informationsveranstaltung im Oktober entgegen. Foto: ka
Sebastian Edathy fordert das NPD-Parteiverbot.
Die Jusos in kreativer Mission. Mit Straßenkreide sprechen sie sich für die Demokratie aus.
Rund 250 Bürger nehmen an der Kundgebung in der Poststraße teil.
Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese unterstreicht: „Bad Nenndorf ist eine Heilstätte aber keine Heils-Stätte!”