BAD NENNDORF (Ka). Ein gewisser Druck lastet derzeit auf den Mitgliedern des Jugendausschusses, denn Bad Nenndorf weist zu wenig Hortplätze und somit zu wenig Kinderbetreuungsplätze auf. Dr. Udo Husmann leitete die Jugendausschuss-Sitzung mit dem brisanten Thema und begrüßte zahlreiche Gäste, die in einer anschließenden Einwohnerfragestunde Stellung beziehen konnten. Mit dem Ausbau der Kinderbetreuungsplätze von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung beschäftigt sich die Kommune seit geraumer Zeit intensiv. Die Bundesregierung hat beschlossen, dass bis zum Jahr 2013 für jedes dritte Kind unter drei Jahren ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen soll. Die vorhandenen Kapazitäten in den Kindergärten sind erschöpft und Ausweichmöglichkeiten werden in Erwägung gezogen. Mit dem Vorhaben beschäftigte sich auch die Verwaltung, deren Gedanken um die Bahnhofstraße kreiste. Zum einen zogen sie das Vereinsheim und zum anderen den Förderschulkomplex in Erwägung. Auch das Jugendzentrum in der Kramerstraße wurde thematisiert. Als Übergangslösung in Erwägung gezogen, jedoch nicht als Dauerlösung im Visier. Die neu geforderten 20 Betreuungsplätze im Sommer nebst demographischer Aussicht und Entwicklung im Bereich „Kindergartenplätze” müssen abdeckt werden und provisorische Lösungen werden auch dem Rechtsanspruch auf Krippenplätze langfristig nicht gerecht.
Rat und Verwaltung sind gefordert, denn die Kasse sind leer und dennoch wird mit Nachdruck jede Möglichkeit überprüft und in Erwägung gezogen. Die Lebenshilfe Stadthagen mit dem Geschäftsführer Manfred Seller unterbreitete dem Ausschuss auf Nachfrage der Kommune ein detailliertes Bauvorhaben, welches auf dem Grünstreifen/Radfahrweg vor dem Vereinsheim seinen Platz finden könnte. Es handelte sich bei der Vorstellung der Konzeption um drei Haupthäuser und Funktionsräume, die alle Bedürfnisse und Auflagen abdeckt. Die Integration von Krippenplätzen, Regelgruppen und heilpädagogischen Gruppen würde bei diesem Modell zum Tragen kommen. Kostenpunkt 2,55 Millionen Euro. Ein finanzieller Brocken den Bad Nenndorf nicht schultern kann und so offenbarte Seller eine Kosten-Kalkulation, wo die Lebenshilfe die Komplett-Finanzierung übernimmt. Die monatliche Kosten für Bad Nenndorf würden sich auf 25.700 Euro belaufen. Die Ausschussmitglieder begrüßten ausdrücklich die Kooperation mit der Lebenshilfe und gewannen der Konzeption viele gute Seiten ab.
Zu Fragen „Arbeitsplatzerhalt und Sicherung der Erzieherinnen, Gestaltung der Gebäude-Außenfassade, die im Hebst-Laub-Look für Diskussion sorgte, Betriebskosten wie auch zu den Betreuungszeiten nahm Seller Stellung. Der Tagesordnungspunkt „Satzungsänderung über die Erhebung von Gebühren für die Kindergärten in der Samtgemeinde Nenndorf” löste Diskussion und auch Kritik aus. Es steht außer Zweifel, dass sich die Samtgemeinde maßgeblich an den Kindergartenplatz-Kosten pro Kind beteiligt.
Die Kosten wurden pro Kind mit 250 Euro beziffert, wobei der elterliche Anteil bei 95 Euro lag. Dieser wird auf 105 Euro angehoben. Die Nachmittags-Betreuung wird ebenfalls um 10 Euro von 80 auf 90 Euro angehoben. Die Hortplätze erfahren eine deutlichere Kosten-Anhebung. Sie werden von 120 Euro auf 150 Euro angehoben. Die Samtgemeinde rechnet mit 45.000 Euro mehr in der Kasse, weist aber darauf hin, dass es sich monatlich um ein Zuschussgeschäft handelt. Foto: ka
Der Geschäftsführer der Lebenshilfe Stadthagen, Manfred Seller, stellt den Jugendausschuss-Mitgliedern und den anwesenden Interessenten eine Kindertagesstätten-Konzeption vor.