In einem Brief an die Mitglieder des Kreistages über Landrat Heinz Gerhard Schöttelndreier positionieren sich die Elternvertreter der Grundschulen Haste, Lauenhagen, Lindhorst sowie der Außenstelle Beckedorf und die Grundschule Sachsenhagen: „Die Basis für eine Bedarfsprüfung war die Umfrage unter den Eltern in den betroffenen Grundschulen. Hierbei ist es sicherlich versäumt worden, den Eltern die tatsächliche Bedeutung dieser Umfrage im Vorfeld klar zu machen. Auf Nachfrage haben mehrere Eltern erklärt, den Zettel nicht zurückgegeben zu haben, weil für ihr Kind die Entscheidung für eine weiterführende Schule noch nicht anstand.
Hätten sie jedoch gewusst, dass von dieser Umfrage die generelle Entscheidung zur Schaffung einer IGS am Standort abhängen würde, hätten diese ihre Zettel durchaus und mit einem JA zur IGS in Lindhorst zurückgegeben.” Hierbei sei zudem zu berücksichtigen, dass viele Eltern der Grundschulen in Hagenburg und Haste den Stimmzettel nicht zurück gegeben haben, weil diese bei Einrichtung der geplanten IGS in Wunstorf aus räumlichen Gründen darauf bauen, ihre Kinder dort - wie zur Zeit bei der Haupt- und Realschule - einschulen zu können. „Somit hielten sie die Abstimmung für Lindhorst für nebensächlich.” Sollten die Kinder jedoch in Wunstorf keinen Platz erhalten, sei der Standort Lindhorst für diese Eltern ebenfalls wichtig. Der Schulvorstand der Grundschule Hagenburg hat den Elternvertreter vor Ort jedoch versichert, dass eine Zusage aus Wunstorf vorliege, dass alle Hagenburger Schüler, die eine IGS besuchten wollten, einen Platz an der künftigen IGS Wunstorf erhalten würden.
„Bei genauerer Betrachtung der Abstimmungszahlen kann man erkennen, dass die Eltern eine IGS in Lindhorst wollen. So fehlen zwar neun Stimmen bei den Eltern der vierten Klassen für einen positiven Entscheid für Lindhorst und die JA-Quote wird hier mit 40,1 Prozent angegeben. Berechnet man diese Quote aber für die zurückgegebenen Zettel, ergibt sich eine Zustimmung von 66,4 Prozent. Diese 2/3- Mehrheit findet man auch bei allen anderen Klassen in Lindhorst. Die Zustimmung für einen IGS-Standort Lindhorst ist also sehr hoch. Hochgerechnet auf die gesamte Schülerzahl der einzelnen Klassen, wenn man die o.a. besonderen Umstände bei der Elternbefragung berücksichtigt, zeigt sich also genügend Potential für eine fünfzügige IGS in Lindhorst.
Im Interesse unserer Kinder bitten wir Sie, der Einrichtung einer IGS in Lindhorst zum Beginn des Schuljahres 2010/2011 zuzustimmen,” schließen die Schulelternratsvorsitzenden Doreen Deseniss (Haste), Britta Schönbeck (Lauenhagen), Ralf Bellinghausen (Lindhorst mit Außenstelle Beckedorf), Anja Machate-Bente (Lindhorst für die Außenstelle Beckedorf), Lisa Wisniewski (Sachsenhagen).
Mächtig Rückendeckung erhalten die Eltern durch die Samtgemeinde Lindhorst. In der kommenden Woche berät der Kreisausschuss abschließend über den IGS-Standort Lindhorst und gibt eine Beschlussempfehlung ab. Gerd Busche, Bürgermeister der Samtgemeinde Lindhorst, findet es wichtig, auch die Kreistagsmitgliedern, die nicht aus der Samtgemeinde Lindhorst kommen, auf das Problem in Lindhorst und Umgebung aufmerksam zu machen.
„Ich finde es gut, wenn sich die Eltern einsetzen,” sagte Busch im Gespräch mit dem Schaumburger Wochenblatt. Noch vor Weihnachten werde der Kreistag darüber entscheiden und auch die Fristen zur eventuellen Beantragung einer IGS seien einzuhalten. Der Zeitpunkt sei also genau richtig. Die Diskussion um die Umwandlung des Schulstandort Lindhorst in eine IGS betreffe nicht nur die Menschen in der Samtgemeinde. Auch für Familien aus anderen Kommunen sei die Grundsatzentscheidung richtungsweisend.
Entscheidet sich der Kreistag gegen die Errichtung einer IGS in Lindhorst, dürfe nicht alles beim Alten bleiben. „Bleibt die Regelschule als Haupt- und Realschule in Lindhorst, muss sich der Landkreis Gedanken machen, wie er ein gutes Schulangebot aufrecht erhalten und eventuell ausbauen kann,” so Busche. Das Stichwort „Schwerpunkt Berufsvorbereitung” gehört für den Samtgemeindebürgermeister dazu. „Es wäre eine Katastrophe, den Standort Lindhorst aufgeben zu wollen, nachdem was dort alles hineingesteckt worden ist.” Insgesamt 3,5 Millionen Euro seien in den letzten Jahren in die Schule gegangen. „Aber daran denkt wohl niemand wirklich.” Bis zum 15. Dezember haben die IGS-Befürworter noch Zeit, die Kreistagsmitglieder für die Notwendigkeit einer IGS in Lindhorst zu sensibilisieren.