Der Entwurf lässt nach Aussage von Kämmerer Jens Schwedhelm Auswirkungen der schweren Finanzkrise deutlich erkennen. Dabei falle insbesondere die Einnahmeseite schlimm aus. Schwedhelm regte an, über eine Erhöhung der Samtgemeindeumlage nachzudenken, um die Einnahmesituation zu verbessern.
Das Vorhaben, ein neues Feuerwehrfahrzeug für die Ortswehr Lindhorst anzuschaffen, wurde zurückgestellt. Wenig erfreulich ist der Blick auf die nächsten Jahre, den der Kämmerer im Entwurf des Haushaltsplans wirft. Aus den Zahlen des Haushaltsplanes und dem Blick auf die Folgejahre werde die Leistungsfähigkeit, eigentlich die Leistungsunfähigkeit, der Samtgemeinde Lindhorst deutlich. Die SPD-Fraktion sieht den vorhandenen Fehlbetrag im Ergebnishaushalt nach Aussage ihres Sprechers Heinz-Dieter Lauenstein gelassen, da „die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen nicht gegeben ist”. Wenn die durch die Doppik-Buchführung vorgegebene Abschreibung aus dem Fehlbetrag rausgerechnet würde, dann stelle sich der Haushalt ganz anders dar, wenn auch nicht optimal, so der SPD-Politiker. Nicht anfreunden konnte sich die SPD mit einer Erhöhung der Samtgemeindeumlage. „Wir haben die Finanzlage der Mitgliedsgemeinden im Blick,” führte Lauenstein aus, „denen geht es schlechter als der Samtgemeinde”. Zustimmung signalisierte er dagegen für die Einrichtung einer weiteren Stelle in der Verwaltung, diese müsse jedoch als Teilzeitstelle geschaffen werden. Mit Bürgermeister Gerhard Busche verständigte sich Lauenstein hier auf eine Arbeitszeit von maximal 30 Stunden, ein Kompromiss, der mehrheitlich bei einer Enthaltung von allen Parteien am Ratstisch geteilt wurde. CDU-Sprecher Dietmar Hasemann plädierte in Übereinstimmung mit der Verwaltungsspitze für eine Erhöhung der Samtgemeindeumlage von 22 auf 25 Prozent und formulierte einen entsprechenden Antrag. Hans Bielefeld (WGS) deutete Zustimmung an mit der Begründung, im nächsten Jahr sei vermutlich ein noch höheres Defizit zu erwarten: „Wir sind dafür, in kleinen Schritte etwas für die Samtgemeinde zu tun.” Bei der Abstimmung standen den zehn Ja-Stimmen zehn Neinstimmen der SPD gegenüber. Ratsherr Jörg Windheim (CDU) enthielt sich.
Damit war der Antrag auf Erhöhung der Samtgemeindeumlage abgelehnt. Patt hieß es anschließend auch bei der Abstimmung über den Haushalt. Bei einer Enthaltung gab es jeweils zehn Stimmen für die Annahme und die Ablehnung. Damit fand die Haushaltssatzung für das laufende Jahr keine Mehrheit im Rat. Bürgermeister Gerhard Busche kündigte an, den gleichen Entwurf, allerdings mit den dann vorgesehenen Änderungen, beim nächsten Mal erneut vorzulegen.