Wie Jörg Döpke vom Bauamt der Stadt zuvor erläutert hatte, stehe man unmittelbar vor dem Ende der Sanierungsmaßnahme Rodenberg-Stadtmitte. Durch die Änderung des Bebauungsplanes könnte laut Vorlage der Stadt die zukünftige Nutzung leer stehender Gebäude im zentralen Bereich „geprüft und geordnet werden”. Es gebe zwei Optionen, so die Auffassung Döpkes: Die ungenutzten Gebäude dem Verfall preiszugeben oder sie abzureißen und eventuell auf den freiwerdenden Grundstücken Stellflächen für Pkw einzurichten.
Diese Darstellung brachte Uwe Mertens, beratendes Mitglied für die SPD, auf die Palme. „Parkplätze, immer nur Parkplätze”, kritisierte er. Er wollte von der Verwaltung wissen, wie viele Parkplätze auf dem Grundstück Lange Straße 48 (ehemalige Bäckerei Schulz) entstehen könnten, was die Erstellung kosten würde und ob der Eigentümer überhaupt verkaufen wolle. Weiter interessierte sich Mertens dafür, ob der Eigentümer etwa von einem Verkauf an die Stadt profitiere: „Wen begünstigen wir damit?”
Döpke konterte, dass der Kaufpreis ganz klar vorgegeben sei und dass es sich dabei „über den Daumen” um eine Summe von 70 000 Euro handeln würde. Dazu kämen die Kosten für den Abriss und die Neugestaltung der Fläche. Das Gebäude sei im jetzigen Zustand schwer zu verkaufen, weil es keine eigenständige Installation habe und der Zweckbau hohe Heizkosten verursache.
Harsche Kritik kam auch von Seiten der CDU. Mit einem Hinweis auf Stadtdirektor Uwe Heilmann, der immer wieder betonen würde, „nicht für die Mülltonne zu arbeiten”, sah Stephan Lotz die Pläne mit den Parkplätzen bereits als beschlossene Sache an. „Wenn wir das beschließen, dann werden da Parkplätze hinkommen.” Der Einwand von Wilhelm Hartmann (SPD) „Die müssen da doch nicht zwangsläufig hin”, wurde von Lotz mit der Bemerkung „Da kannst du aber drauf wetten” entkräftet. Hartmann blieb bei seiner Einschätzung, die zuvor auch Döpke vertreten hatte. Die Änderung des B-Planes gehe nicht zwangsläufig mit dem Bau weiterer Parkplätze einher.
Weiter führte der Sachbearbeiter aus, dass es bis zum Auslaufen des Sanierungsprogramms notwendig sei, einen modifizierten Bebauungsplan für den Bereich aufzustellen. Dieser sei dann Grundlage dafür, für weitere Maßnahmen im Sanierungsgebiet bis 2011 noch Fördergelder zu erhalten. Förderwürdig sei es, „öffentliche Flächen” zu schaffen. Dafür könnten leer stehende Gebäude erworben, abgerissen und umgestaltet werden. Neben Parkplätzen seien auch öffentliche Grünanlagen förderwürdig.
Es sei richtig, sich mit den Leerständen in der Innenstadt zu beschäftigen, doch dabei sollte man nicht nur an die Einrichtung weiterer Parkplätze denken, brachte Mertens seine Kritik noch einmal auf den Punkt. Friedrich Hardekopf (CDU) vermisste eine klare Kostenaufstellung und stellte den Antrag, das Thema bei der nächsten Sitzung des Fachausschusses erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Seine Ratskollegin Marina Gellermann betonte, dass nicht alle Mitglieder ihrer Fraktion in der Sache den gleichen Kenntnisstand hätten. „Da kann man nicht einfach mit der Gießkanne drübergehen und sagen: Das beschließen wir jetzt ´mal”, so Gellermann. Obwohl der Ausschussvorsitzende Hans-Dieter Brand (SPD) dieses Argument so nicht gelten lassen wollte und trotz des Antrages von Hardekopf zunächst noch weitere Wortbeiträge zuließ, ergab die abschließende Abstimmung dann ein klares Bild. Mit einer Gegenstimme wurde beschlossen, das Thema zurückzustellen. So, wie es Hardekopf in seinem Antrag formuliert hatte, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, sich weiter auszutauschen. Foto:pd