„Nicht einmal der von Niedersachsen propagierte ‚Feuerwehr-Führerschein’ hilft uns weiter”, klagte Gemeindebrandmeister Jürgen Wilkening den Mitgliedern des Feuerschutzausschusses des Samtgemeinderates. Dieser sieht eine Schulung vor, damit wenigstens bis zu 4,5 Tonnen schwere Fahrzeuge bewegt werden können. Nach jüngsten Gesprächen am Rande eines Besuchs des Innenministers während des Landratswahlkampfs glaubt Wilkening nicht, dass es noch zu einer zentralen Lösung kommt. Das Problem sei bereits über den Deutschen Feuerwehrverband den Ländern geschildert worden. Inzwischen sei Bayern „da schon weiter”, wusste Wilkening, „aber in Niedersachsen tut sich nichts”.
Wilkening bezifferte den aktuellen Schulungsbedarf in den hiesigen Wehren auf acht Personen: jeweils zwei in den Wehren Rodenberg, Lauenau, Pohle und Apelern. Für die nächsten drei Jahre habe er einen Gesamtaufwand von insgesamt 36 Führerscheinen errechnet. Ab 2014 sei im Durchschrift jährlich ein Prüfling aus jeder der 14 Ortswehren zu erwarten. Die Zahl ließ Samtgemeindebürgermeister und Kämmerer Uwe Heilmann aufstöhnen: „Da sind wir schnell bei 20.000 Euro im Jahr.” Doch auch er sah kein Entgegenkommen vom Land: „Geld für Feuerwehren entlang der Autobahnen gibt es ja ebenfalls nicht.”
Heilmann erwartet nun eine Liste der jetzigen Führerscheininhaber und des künftigen Bedarfs. Dabei konnte er dem Problem sogar noch eine positive Seite abgewinnen. Ein besserer Führerschein würde den Absolventen möglicherweise bei der Arbeitsplatzsuche zu Hilfe kommen: „Dann wollen wir das auch als eine Art Förderung ansehen.”
Ausschussvorsitzender Ralf Sassmann sah im weiteren Vorgehen keine Alternative: „Wir müssen ja unsere Autos aus dem Stall bekommen”, verlangte er eine ausreichende Anzahl von Fahrern. Jürgen Wilkening versprach, bei der Auswahl der Führerscheinkandidaten sorgfältig zu sein: „Wir nehmen nicht die Jüngsten”, betonte er, „und sie müssen eine Maschinistenausbildung sowie eine längere private Fahrpraxis haben.”.
Der Bedarf an Fahrern ist auch vor dem Hintergrund der aktuellen Fahrzeugbeschaffungen zu sehen. Vier Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Wassertank rollen voraussichtlich im Februar 2011 an. Sie sind für die Wehren in Altenhagen II, Algesdorf, Soldorf und Reinsdorf bestimmt.