Mit dem Projekt setzt die Gemeinde die nun schon seit Jahren andauernden großen optischen Veränderungen fort. Nach dem attraktiven Outfit von Marktplatz, Gewerbepark und zuletzt „Plaza” dürfte die Rodenberger Straße bald deutlich aufgewertet werden. Bislang blieb Passanten nur der Umweg über die Rodenberger Straße. Demnächst entstehen – auch über das Gelände der neuen Servicewohnanlage - Direktverbindungen von der Marktstraße über das „Rundteil” und weiter in den Volkspark. Möglich ist dies unter anderem, weil schon in den kommenden Tagen zwei alte Scheunengebäude auf dem bisherigen Hofgelände fallen. Zugleich wird eine weitere Zufahrt für den Komplex „Wohnen am Schloss” geschaffen. Das soll den Verkehrsstrom über das „Rundteil” mindern, weil dieses optisch verändert wird. Der Kreisel bleibt zwar bestehen, erhält jedoch die Funktion einer Einbahnstraße. Das bisherige Wohnhaus der Familie Reinecke sowie die benachbarte ehemalige „Rektorschule” erfahren keine Veränderungen, erhalten aber nach Möglichkeit kleine Vorgärten. Dagegen wandelt sich das markante „Drei-Giebel-Haus” von seiner Stall- und Scheunenfunktion in eine Kulisse für Gewerbe und Gastronomie. Äußerlich bleibt das Baudenkmal weitgehend erhalten; innen aber fordert die bis zum Spätherbst abgeschlossene Sanierung rund 150.000 Euro.
Mit der Umnutzung der gesamten Hofanlage geht für Gemeindedirektor Uwe Heilmann ein lange diskutierter Plan in Erfüllung. Bereits vor zehn Jahren sei über eine mögliche Aussiedlung des Betriebs diskutiert worden. Sie bringt nicht nur der Familie Vorteile bei einer Erweiterung. Der Flecken, der 900.000 Euro für Kauf, Abriss und Neugestaltung des Geländes veranschlagt, sieht vor allem die Gestaltungsmöglichkeiten: die Schaffung neuer Parkplätze, die Zufahrt zur Wohnanlage, kurze fußläufige Verbindungen zum Wanderwegenetz in der Aueniederung. Ein erster Schritt war dafür der kürzliche „Kahlschlag” im Volkspark gewesen. Spaziergänger haben sich bereits davon überzeugen können. Sie waren sichtlich erstaunt über die neuen Blickachsen unter anderem zum Schloss Schwedesdorf oder zur historischen Süntelbuche. Neue Wege sind bereits geplant; Anpflanzungen vorgesehen.
Die Rodenberger Straße verändert sich in den kommenden Monaten ebenfalls. Sie erhält eine „abknickende Vorfahrt” ins „Scheunenfeld. Am nördlichen Ende entsteht ei Kreisel, der auch die Feggendorfer und die Memeler Straße aufnehmen wird.
Bürgermeister Heinz Laufmöller, der mit dem Gemeindedirektor die Pläne des Fleckens vorstellte, sieht die weitere optische Öffnung der Ortskerns als besonders positiv an. Ihm gefällt außerdem, dass der Volkspark endlich wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gelangen könne. „Der ganze Bereich wird aufgewertet”, glaubt er.Foto: al