Netzwerkarbeit stand dabei an erster Stelle: Eine Basis schaffen, verschiedene Institutionen zusammenbringen und darauf aufbauen. „Das ist uns gut geglückt”, sagte Bürgermeister Bernd Hellmann bei der Projektabschlussveranstaltung im Rathaus. Kulturelle Unterschiede lassen Jugendliche nicht mit einer einzigen Methode bedienen. Und so stand während der zwei Jahre Projektarbeit plötzlich der Rapper „Spax” aus Hannover vor Schülern der Hans-Christian-Andersen Schule und der Schule am Schlosspark. Unter dem Titel „Hip Hop in Stadthagen” wurde eine freiwillige Nachmittags-AG gegründet, die viele Schüler in das Kulturzentrum Alte Polizei lockte.
Denn wer etwas zu tun hat, kommt selten auf dumme Gedanken. Genauso sah das Schulsozialarbeiter Saka Cikotic.
Er ist Betreuer des Angebotes „Offener Abendsport” in der Sporthalle der Schule Am Schlosspark. Jeder der Lust hat, zwischen 12 und 17 Jahren, kann vorbeischauen, alte Bekannte treffen, neue Leute kennenlernen und in der Gruppe sportlich aktiv sein. Dabei war es Cikotic wichtig, dass die Jugendlichen ihre Regeln selbst bestimmen. Das habe erstaunlich gut geklappt und jeder habe sich daran gehalten, so der Sozialarbeiter bei der Vorstellung des Projektbausteines. Diplom-Geografin Birgit Böhm von „mensch und region - Nachhaltige Prozess- und Regionalentwicklung” in Hannover sorgte im Vorfeld für die Entwicklung eines Projektablaufes. Neben vielen Jugendlichen war eine Vielzahl an Ehrenamtlichen aus den verschiedensten Gruppierungen, Vereinen und Kirchen, Institutionen sowie Personen aus Grund- und weiterführende Schulen genauso wie Vertreter der Stadthäger Ratsfraktionen. Sie habe noch nie so viele Engagierte Menschen, vorallem Jugendliche angetroffen, so Böhm. In unterschiedlichen Workshops haben sich die Teilnehmer zusammengesetzt und Überlegungen angestellt, wie Gewalt unter Jugendlichen minimiert werden kann. Herausgekommen sei ein Konzept, dass auf lange Sicht zum Erfolg führe ohne dabei gleich eine Revolution zu starten, so Hellmann. Eine Praktikantin bei der Jugendpflege und Schülerin der Schule Am Schlosspark bestätigt dies. Streitschlichter sorgen beispielsweise dafür, dass Auseinandersetzungen weniger eskalieren. „Wir wissen jetzt an wen wir uns wenden können, wenn es Stress gibt”, sagt Amani Chokri.
Die Stadt hat einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan. Nun gilt es das erarbeitete fortzuführen: Geplant ist die alte Eisbahn mit Ideen der Jugendlichen neu zu nutzen und weitere Plätze für Kinder zu schaffen. Die neue Internetpräsenz www.Stadthagen4you.de bietet Kindern und Jugendlichen eine Plattform für Veranstaltungstermine im Landkreis, Anlaufstellen bei Problemen und Informationen zum Gewaltpräventionsprojekt.
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