„Wir sollten im Garten möglichst wenig mit chemischen Mitteln arbeiten”, hielt Kellermeier in seinem Vortrag fest. Schließlich gebe es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, durch vorbeugende Maßnahmen den Befall mit Schädlingen und Krankheiten gering zu halten. Dazu zähle auch eine harmonische Ernährung der Pflanzen, hier biete sich gerade der eigene Kompost an. Durch Stickstoffüberdüngung komme es dagegen oft zu üppigem Wachstum, gleichzeitig würden die Pflanzen jedoch weich und damit anfällig.
Die Wahl robuster Sorten, ausreichende Pflanzabstände, passende Mischkulturen und geeignete Standorte sind zu berücksichtigen, ebenso günstige Aussaat-Termine. Mechanische Fallen, das Absammeln von gefräßigem Kleingetier per Hand, Abbürsten oder Abspritzen würde in vielen Fällen wirksame Hilfe leisten. Biotechnische Verfahren und biologische Schädlingsbekämpfungen würden immer weiter fortentwickelt und fänden unter Gartenbesitzern zunehmend Freunde.
Der Marienkäfer der Blatt-, Woll-, und Schmierläuse vertilgt, oder die Schlupfwespe die der Weißen Fliege und der Florfliege an den Kragen geht, würden in Gewächshäusern immer öfter eingesetzt. „Es werden in den nächsten Jahren immer neue Verfahren Entwickelt, so dass wir fast auf den Einsatz von Chemie verzichten können”, hielt Kellermeier fest. Wichtig sei auch die Förderung von Nützlingen, durch entsprechende Gestaltung des Gartens. Grundsätzlich gelte es, chemische Mittel nur einzusetzen, wenn auf anderem Wege keine Abwehr von Schädlingen möglich sei.
Kellermeier informierte über die Informationsveranstaltungen und Seminare des Landesverbandes und die Planungen für das Jahr 2011.
Die Versammlung entschloss sich zu einer Erhöhung der Beiträge von 50 auf 75 Cent pro Mitglied der angeschlossenen Gartenbauvereine. „Wir erbringen wichtige Leistungen für die Vereine”, hielt Kellermeier fest. Um diese zu erhalten, sei eine Beitragserhöhung unumgänglich. Kellermeier wurde in seinem Posten als Präsident des Landesverbandes bestätigt. Im Vorfeld der Sitzung hatten die Teilnehmer einen Baum der Sorte „Roter Eiserapfel”, der Streuobstsorten in Niedersachsen 2011, auf dem Gelände der Tagesbildungsstätte der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland am Ostring gepflanzt.
Die Streuobstsorte des Jahres soll auf weniger bekannte oder alte Obstsorten aufmerksam machen und für deren Fortbestand werben.
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