Überbringer der Dokumente und erste Gratulanten waren Projektleiter Albrecht Schäffer, Petra Rabbe-Hartinger, die Vorsitzende des Kinderschutzbundes, die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Helmhold sowie Dr. Udo G. Ziert von der Volkshochschule und Bettina Hartmann vom Landkreis (Leitstelle für Integration). Petra Rabbe-Hartinger dankte den Kursteilnehmern für ihre Bereitschaft, sich für Rintelner Familien zu engagieren. Das sei eine Entlastung für die Eltern, aber gleichzeitig sei die Aufmerksamkeit und Zuwendung auch enorm wichtig für die Kinder in den Familien. Als besonders bemerkenswert befand Petra Rabbe-Hartinger die Tatsache, dass erstmals mehr Männer als Frauen an der Maßnahme teilhenommen hatten.
Neben den Paten gibt es jetzt auch sogenannte „Lotsen”, die zum großen Teil selbst einen „Migrations-Hintergrund” haben und so in Sachen kultureller „Assimilation” kompetente Hilfestellung anbieten können.Insgesamt hatten die 14 Schulungs-Teilnehmer über 40 Unterrichtseinheiten zu bewältigen, bevor ihnen die Testate und Ausweise übergeben wurden. Für die frischgebackenen Familienpaten gibt es jetzt alle Hände voll zu tun. „Derzeit haben wir 13 offene Anfragen aus Rintelner Familien,” erläuterte Albrecht Schäffer, der beim Kinderschutzbund für das Familienpaten-Projekt verantwortlich ist. In den nächsten Wochen wird er mit den interessierten Eltern sprechen und versuchen, für jede Familie einen passenden Paten zu finden. Wenn sich sowohl die Familie als auch die Familienpatin für den Beginn einer Patenschaft entscheiden, dann steht dem wöchentlichen Besuch durch die Ehrenamtlichen nichts mehr im Wege. Alle Familienpaten haben bei den monatlichen Austauschtreffen im Kinderschutzbund die Gelegenheit, sich mit den anderen über ihren Einsatz auszutauschen und bei Problemen Rat und Unterstützung zu bekommen. Außerdem werden ihnen regelmäßig Fortbildungen angeboten. Der Kinderschutzbund e.V. hatte das Familienpaten-Projekt im September 2008 gestartet.
Gegenwärtig werden 19 Familien mit bis zu vier Kindern regelmäßig von Familienpaten besucht und unterstützt. Das Angebot ist für die Familien freiwillig und dank der finanziellen Unterstützung aus öffentlichen Mitteln kostenlos. Als eine Form der „frühen Hilfen” soll mit dem Familienpaten-Projekt auf dem Wege frühzeitiger, niederschwelliger Unterstützung erreicht werden, dass Eltern im Alltag entlastet und Kinder in ihrer Entwicklung unterstützt werden. Hinter dem Ansatz steht die Erfahrung, dass Versäumnisse in den frühen Kindheitsjahren später nur schwer wieder aufgeholt werden können. Das Engagement der Rintelner Familienpaten wurde im Oktober vergangenen Jahres mit dem „Deutschen Bürgerpreis 2010” im Landkreis Schaumburg ausgezeichnet.