Ab nächster Woche soll jeder der rund 100 Einzelhändler in der Innenstadt ein Schreiben erhalten, in dem er über das neue Testverfahren informiert wird. Bei Interesse kann sich der jeweilige Unternehmer auf völlig freiwilliger Basis von den Seniorenbeiratsmitgliedern auf seine generationstechnischen Qualitäten hin prüfen lassen. Anhand des mehrere Kategorien umfassenden Testbogens werden beispielsweise Fragen zum Service der Mitarbeiter, zu den Eingangstüren und im großen Umfang zur gesamten Ladengestaltung gestellt. Auch die Lesbarkeit von Produktaufschriften und der Preise werden bewertet. An dieser Stelle hat das Feinkosthaus Tietz am Marktplatz bereits Abhilfe schaffen. Nach Angaben von Geschäftsführer und Stadtmarketing-Mitglied Holger Schulz finden sich an den Einkaufswagen integrierte Lupen, die das Lesen von kleiner Schrift erleichtern. Die einzelnen Kriterien des Fragebogens werden allerdings noch einmal in drei Wichtigkeitsstufen eingeteilt. In erster Linie geht es darum, den Unternehmern die Möglichkeit zu geben ihre Kundenfreundlichkeit zu optimieren. „Den Einzelhändlern wird von uns standardisiert mitgeteilt, was bei ihnen fehlt”, sagt Seniorenbeiratsvorsitzender und Prüfer, Karl-Heinz Hansing.
Diese Prüfaktion zur Sprache gebracht hatte Jochen Kreft, Geschäftsführer von Intersport Kreft, bereits 2011 im Arbeitskreis Handel, Gewerbe und Kultur. Schnell fanden sich begeisterte Anhänger. Darunter auch Wirtschaftsförderer der Stadt Stadthagen, Lars Masurek und Bürgermeister Bernd Hellmann. „Wir wollen die gesamte Kreisstadt als generationsfreundlich bezeichnen können. Wenn etwas angepasst werden muss, dann werden wir das tun,” erklärte Hellmann. In Stadthagen gibt es rund 100 Einzelhändler die für die Tester in Frage kommen. Wer Interesse hat sich prüfen zu lassen, kann sich bei der Stadt Stadthagen melden. Laut Hansing soll es ab März los gehen. Niedersachsen ist mit dieser Zertifizierung übrigens Vorreiter. Von bundesweit 2.500, gibt es allein hier 700 zertifizierte Einzelhändler. Denn im Hinblick auf den demografischen Wandel rückt der generationsgerecht gestaltete Alltag stärker in den Vordergrund als nie zuvor. Foto: wa