Schaumburger Wochenblatt
  1. Humor ist der Bruder des Glaubens

    Kabarett zum Jubiläum der Kirche Seggebruch

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    SEGGEBRUCH (ag). "Wo ist denn euer Ortsschild? Navi sagt, ich bin schon da - aber da war kein Seggebruch", erzählte der Berliner Kabarettist Torsten Hebel von seiner Anreise. Zugegebenermaßen sei die Orientierung für Ortsfremde etwas kompliziert, sagt auch Pastor Burkhard Peter, "auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist schließlich schon Kirchhorsten". Eingeladen hat die Kirchengemeinde den Berliner anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Kirche Seggebruch.

    Darf man in der Kirche überhaupt lachen? Humor sei schließlich der Bruder des Glaubens, sagte der Kabarettist und bezieht sich damit auf ein Zitat des Religionsforschers Martin Buber. "Ohne Humor und Glauben kommt man nur schwer durch‘s Leben", so Hebel weiter. In dem Programm des Berliners geht es um Themen, die alle Menschen bewegen: das Älterwerden und die Beziehung zwischen Mann und Frau. Der gelernte Tischler, Schauspieler und studierte Theologe arbeitet in Berlin in einem sozial schwachen Bereich. Das Projekt "Blu:boks" gibt Kindern und Jugendlichen einen neuen Hintergrund. Die Spenden am Ende des eintrittsfreien Abends kamen diesem Projekt zugute. Begeistert zeigte sich der Kabarettist über die Besucherzahl. Sonntagmorgens in Berlin kämen durchschnittlich 7,5 Leute zum Gottesdienst - "da wirkt Seggebruch fast wie das gelobte Land". Und woran merkt man nun dass man älter wird? "Wenn man sich beim Schuhe zubinden überlegt: Was kann ich noch machen, wenn ich schon einmal hier unten bin?", so der auf die 50 zugehende Kabarettist. Immer schwerer zu verstehen werden auch die Modetrends der Jugendlichen. Insbesondere mit "Baggy-Jeans", Hosen die in der Kniekehle sitzen, steht der Berliner auf Kriegsfuß. "Da glaubt man, mal so unter uns Christen, doch an die Evolutionstheorie". Frauen haben laut Hebel die gottgegebene Fähigkeit, den Namen des Lebenspartners in so unterschiedlichen Nuancen auszusprechen, dass Mann immer sofort weiß was Sache ist - Ärger oder Mittagessen. Männer könnten aber gar nichts dafür, dass sie ihre Frauen manchmal auf die Palme bringen. "Männer können Schmutz und dreckiges Geschirr nicht wahrnehmen - Gott hat uns so geschaffen", erklärte Hebel. Für alle anwesenden Männer hat er deswegen noch den Tipp parat: "Mit hochgezogenen Augenbrauen wirkt jeder Mensch deeskalierend - auch in Downtown Seggebruch". In der Bibel stünde schließlich ganz bewusst: "Liebet eure Frauen", - und nicht "Versteht eure Frauen".

    Foto: ag

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